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Montag, Mai 19, 2008

Kommt er, der nächste Ärztestreik?

Vielleicht ja, vielleicht nein. Sicher ist, die Kassenärzte wollen mehr Geld. Und zwar wesentlich mehr, als unsere Gesundheitsministerin, Ulla Schmidt, den Medizinern angeboten hat. Fast doppelt so viel wird nun verlangt, 4,5 Milliarden Euro, wenn dem nicht Folge geleistet wird, drohen Streiks, so wird gewarnt. Derweil ist der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung dabei, die Alpträume jedes gesetzlich Versicherten in Worte zu fassen: “Ohne diese Finanzspritze ist die Versorgung der Patienten nicht mehr zu gewährleisten”. Und er geht noch weiter, es werde zu einer “Protest- und Ausstiegswelle ungeheuerlichen Ausmaßes“ kommen, wenn die Kassenärzte nicht mehr Geld sehen.

Zuletzt wurde den in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der KBV, angeschlossenen Ärzten ein zusätzliches Honorar von etwa zehn Prozent angeboten vom Bundesgesundheitsministerium. Momentan beträgt das Honorar für die Allgemeinmediziner, die Hausärzte also, und für die niedergelassenen Fachärzte gut 23 Milliarden Euro. Aufgestockt sollte das Ganze um etwa 2,5 Milliarden Euro werden. Dies würde zugleich zu einer Erhöhung um ca. 0,25 Prozentpunkte bei den Beiträgen zu den Gesetzlichen Krankenkassen bedeuten. Der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und ihrem Chef, Andreas Köhler, geht das jedoch noch nicht weit genug in Bezug auf die Höhe des Honorars. Die von der KBV geforderte Erhöhung würde jedoch zu einer Verdoppelung der angedachten 0,25 Prozentpunkte führen. Und ein halber Prozentpunkt bedeutet letztlich wieder weniger Geld in der Tasche der Versicherten. Angesichts immer mehr gestrichener Leistungen ein Witz, der nicht mehr zu enden und dazu auch noch Realität zu werden scheint. Denn Köhler ist sich sicher, die Forderung beim Gesundheitsministerium rund um Frau Schmidt durchsetzen zu können.

Es wird also wieder Zeit, sich nach einer guten Zusatzversicherung umzusehen im Bereich der Privaten Krankenkassen. Mehrfach schon haben wir über die Vorteile solcher zusätzlicher Versicherungen - zum Beispiel für Sehhilfen oder Zahnersatz – berichtet. Je weniger Leistungen es aus dem Topf der Gesetzlichen Krankenkassen gibt, desto wichtiger wird eine gute private Versorgung. Denn welches Gut ist wichtiger als die Gesundheit? Doch das wird leider bei den gegenwärtigen Diskussionen wohl wieder einmal völlig vergessen …

Posted by Christel on 05/19 at 02:59 PM
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