Konstantdarlehen – die Alternative zum Bausparvertrag
Seit einigen Jahren gehen zunehmend mehr Bausparkassen dazu über, ihren Kunden das so genannte Konstantdarlehen anzubieten. Hierbei handelt es sich um eine besondere Finanzierungsform, die eine sofortige Darlehensaufnahme ermöglicht, ohne dass im Vorfeld eine mehrjährige Ansparphase zu erfolgen hat. Mit diesem Konzept hoffen die Bausparkassen, dem zunehmenden Wettbewerbsdruck entgegenwirken zu können.
Das Prinzip, das sich hinter dem Konstantdarlehen verbirgt, ist ganz simpel. Der Darlehensnehmer erhält ein Darlehen, das über den eigentlichen Finanzierungsbedarf hinausreicht. Der überschüssige Darlehensbetrag, der je nach Bausparkasse rund 25 bis 40 Prozent über dem Finanzierungsbedarf liegt, wird in einen Bausparvertrag eingezahlt. Auf diese Weise wird erreicht, dass der Bausparvertrag vergleichsweise schnell zugeteilt werden kann. Somit sind bis zur Zuteilung vergleichsweise hohe Zinsen zu entrichten, die jedoch zumindest teilweise durch die Verzinsung für das Bausparguthaben kompensiert werden.
Sobald der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, kann auf ein Darlehen zugegriffen werden, dass vergleichsweise günstig ist und dazu dient, das ursprüngliche Darlehen abzulösen. Auf diese Weise kann der Darlehensnehmer von sämtlichen Vorzügen des Bausparens profitieren.
Von dem Wechsel der Darlehen bzw. der Zuteilung des Bausparvertrags bekommt der Darlehensnehmer überhaupt nichts mit. Die Darlehen sind so konstruiert, dass sich die monatliche Darlehensrate stets auf denselben Betrag beläuft – vom Beginn bis zum Ende der Finanzierung. Aufgrund dieser Tatsache werden sie als Konstantdarlehen bezeichnet.
Der große Vorteil von Konstantdarlehen gegenüber klassischen Hypothekendarlehen besteht darin, dass eine sofortige Darlehensaufnahme möglich ist und der Darlehensnehmer von den Vorzügen des Bausparens profitiert: Dies sind in erster Linie die attraktiven Darlehenszinsen sowie das hohe Maß an Zinssicherheit.
Dennoch gilt es beim Abschluss von Konstantdarlehen aufzupassen – denn so günstig wie sie auf den ersten Blick scheinen, sind sie nicht immer. Beim Vergleich mit anderen Darlehen darf keinesfalls nur auf die Höhe des Zinssatzes geachtet werden. Aufgrund der niedrigen Bauspardarlehenszinsen erscheinen die Darlehen immer sehr günstig. Allerdings ist zu beachten, dass in der Anfangsphase ein höherer Darlehensbetrag aufgenommen wird, was logischerweise zu höheren Kosten führt. Aus diesem Grund gilt es die gesamte Zinsbelastung zu ermitteln, die während der Finanzierungsdauer anfällt und als Vergleichsgröße heranzuziehen. Nur so ist es möglich, einen aussagekräftigen Vergleich vorzunehmen.
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