Kontaktlinsen wollen gut gepflegt werden
Wer gut sehen möchte, hat in Kontaktlinsen eine gute Alternative zur herkömmlichen Sehhilfe Brille. Die Vorteile liegen auf der Hand. Bei der Brille wird das Sehfeld durch die Fassung eingeengt, dies spielt beim Tragen einer Kontaktlinse absolut keine Rolle. Auch je stärker die Brille ist, desto schlechter wird das Sehen im Randbereich, da die Abbildung dort immer schwächer wird. Im Gegensatz zur Brille haben die Kontaktlinsen keinen „Störfaktor“ bei den verschiedensten Aktivitäten, die ein Mensch unternimmt. Gerade beim Sport ist dies natürlich sehr wichtig, da man sich hier – als Träger von Kontaktlinsen – nicht noch eine zusätzliche Sportbrille anschaffen muss. Kontaktlinsen korrigieren so gut wie jede Art und Weise von Fehlsichtigkeit, gerade auch bei Unregelmäßigkeiten, die auf der Hornhaut auftreten. Eine Brille ist dazu nur sehr begrenzt in der Lage. Außerdem sind Kontaktlinsen so gut wie nicht sichtbar und verändern deshalb auch nicht das Aussehen eines Menschen. Und noch eines ist schön: Durch die Tatsache, dass Kontaktlinsen weder verstauben noch beschlagen können, hat man immer optimale Sicht durch diese.
Kontaktlinsen gibt es in vielen verschiedenen Arten, genaue Auskunft darüber kann Ihnen ihr Augenoptiker oder ihre Augenoptikerin erteilen. Die hauptsächlichen Arten sind:
Harte Linsen, die formstabil sind (und deshalb auch Formstabile Linsen genannt werden).
Weiche Linsen, die, wie der Name schon sagt, weich, das heißt, flexibel sind. Diese werden auch Flexible Linsen genannt.
Daneben werden die Kontaktlinsen nach ihrer Wölbung unterschieden und so gibt es rotationssymmetrische Linsen, also Linsen, die eine gleichmäßige Wölbung haben. Neben diesen gibt es auch Linsen, die eine unterschiedliche Wölbung haben und deshalb als torische Linsen bezeichnet. Torisch bedeutet so viel wie zylindrisch, tonnenförmig. Diese sind das Gegenteil von rotationssymmetrischen Linsen.
Daneben gibt es – wie bei den Brillen – die Unterscheidung in Einstärken und Mehrstärken. Mehrstärken bedeutet, dass die Kontaktlinse wie eine Gleitsichtbrille sowohl in der Nähe als auch in der Ferne eine gute Sicht gewährleistet. Gerade bei der Altersweitsicht spielt dies eine wichtige Rolle. Und es gibt natürlich auch noch die farbigen Linsen, die aber nur aus modischer Sicht getragen werden und nicht als Sehhilfe fungieren. Hierbei sollte man nur aufpassen, wie lange man sie maximal tragen darf.
Da Kontaktlinsen anders als die Brille direkt auf dem Tränenfilm des Auges liegen, müssen sie auch pfleglich behandelt und gründlich gereinigt werden. Die Vorteile der Kontaktlinse werden hier zum einzigen Nachteil, zum kleinen zusätzlichen Zeitaufwand zur Pflege der Linse. Dabei ist es wichtig, gerade bei den ersten Anpassungen den Hinweisen und Angaben des Augenoptikers zu folgen. Nicht jeder Augenoptiker ist übrigens dafür qualifiziert, diese Anpassungen vorzunehmen. Sie erfordern eine gründliche Weiterbildung. Dennoch kann man davon ausgehen, dass man richtig beraten wird, wenn man zu einem Augenoptiker geht, da die Anpassung nur von den weitergebildeten Fachkräften durchgeführt wird. Deshalb ist es sehr ratsam, Kontaktlinsen nicht einfach nur aus dem Internet zu bestellen oder sie sich gar im Ausland als Billigware anpassen zu lassen. Hygiene und die richtige Art des Einsetzens wie auch des Herausnehmens ist sehr wichtig. Kompliziert ist es nicht, und wer es ein paar Mal versucht hat, der bekommt meist recht schnell den Kniff heraus, wie es geht.
Linsen, die nicht für das Tragen über längere Zeit oder mehrere Tage geeignet sind, müssen über Nacht unbedingt entfernt werden, da dies dem Auge sonst Schäden zufügen kann. Sie sind in eine Reinigungslösung einzulegen, damit sie wieder gesäubert werden. Außerdem dürfen sie nicht länger als über den Zeitrahmen verwendet werden, der vom Hersteller angegeben ist, da sonst Schädigungen im und am Auge auftreten können. Vor der Entnahme und dem Einsetzen der Linse bitte UNBEDINGT die Hände gründlich mit Seife oder einer Waschlösung und mit einem frischen Handtuch trocken reiben. Sonst kommt es zu Verschmutzungen auf den Linsen und zur Übertragungen von Bakterien, die das Auge nachhaltig schädigen können. Die Linsen selbst sind nur mit den Pflegemitteln zu reinigen, nicht jedoch mit Wasser.
Wichtig: Auch wer Kontaktlinsen trägt, sollte in regelmäßigen Abständen zum Augenarzt gehen, um sich die Augen kontrollieren zu lassen.
Und noch ein Tipp: Kontaktlinsen werden, genauso wenig wie Brillen von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Es gibt jedoch sehr gute private Zusatzversicherungen, welche die Kosten entweder teilweise oder ganz übernehmen, dies ist je nach Versicherung unterschiedlich.