Korrektur: Beschwerden gegen Versicherer sind leicht rückläufig
Die kürzlich an dieser Stelle unter Berufung auf die „Frankfurter Rundschau“ genannten Zahlen zur Arbeit des Ombudsmanns für Versicherungen weichen deutlich von den tatsächlichen Werten ab. Günter Hirsch, Leiter der Beschwerdestelle, nahm die fehlerhaften Presseberichte zum Anlass, die aktuellen Daten zu nennen.
Demnach wurden im zurückliegenden Jahr 18.145 Eingaben bearbeitet. Das entspricht einem leichten Rückgang um 3,7 Prozent im Vergleich zu 2008 als noch ein Höchststand von 18.837 Eingaben zu Buche stand. Zugenommen haben hingegen die Beschwerden über Versicherungsmittler: Sie stiegen von 461 auf 479.
Aufgeschlüsselt nach Sparten sank vor allem die Zahl der Beschwerden gegen Lebensversicherer. Ihr Anteil am gesamten Beschwerdeaufkommen macht nur noch 36,3 Prozent statt vormals 40,7 Prozent aus. Wenn sich Kunden in Sachen Lebensversicherung an den Ombudsmann wenden, dann in der Regel wegen der Verzinsung des Guthabens. Dass dies jetzt seltener der Fall ist, dazu hat Günther Hirsch eine Vermutung: „Es könnte sein, dass die Versicherer den Kunden die Zusammenhänge besser erklären.“.
Bei der Rechtsschutzversicherung scheint das noch nicht zuzutreffen. Hier nahm die Zahl der Eingaben um über zehn Prozent zu. Häufig ging es dabei um die Ablehnung von Klagen gegen Vermittler oder Anbieter von Geldanlagen. Ein weiterer Grund für den Anstieg sei die Tatsache, dass sich mehr Rechtsschutzversicherer dazu entschieden haben, sich der Schiedsstelle anzuschließen. Weitere offizielle Zahlen liegen noch nicht vor, auch nicht zur Erfolgsquote. Die präsentiert der Ombudsmann erst in wenigen Monaten, wenn der komplette Geschäftsbericht vorliegt.
