Kritik an der Versicherung „zum Mitnehmen“
Ein Pfund Kaffee mild, frisch gemahlen und die Riester Rente bitte. Aus Sicht des Kaffeerösters Tchibo ein ganz normaler Vorgang. Versicherungen liegen in den Geschäften gleich neben den Sonderangeboten, zum Mitnehmen. Diese Entwicklung bereitet den Verbraucherschützern starkes Bauchweh, denn Finanz- und Versicherungsgeschäfte im Vorübergehen abzuschließen, ist nicht die beste Wahl und auf Dauer vielleicht auch nicht die günstigste.
Eine solide Beratung und die Möglichkeit, sich ausführlich über die Produkte zu informieren, fehlten bei diesem Vertriebsweg. Ein Gespräch unter vier Augen mit einem ausgebildeten Experten, der sein Metier kennt, sei der bessere Weg. Das sieht nicht nur die Verbraucherschutzzentrale so, sondern verständlicherweise auch die Berater, die sich viel Mühe damit geben, ihren Kunden ein perfekt zugeschnittenes Produkt anzubieten. Zudem sei fraglich, ob die Voraussetzung, dass die Verkäufer über eine IHK-Prüfung und Haftpflichtversicherung, wie sie für Versicherungsmakler bzw Versicherungsvertreter vorgeschrieben sind, verfügen.
Tchibo, das seine Versicherungen und Finanzprodukte in Kooperation mit der Asstel-Direktversicherung, der Royal Bank of Scotland und der Hypo-Vereinsbank an den Mann und die Frau bringt, kann die Aufregung nicht verstehen. Jeder habe die Möglichkeit, sich online, per E-Mail oder Telefon vorab zu informieren. Der Preisvorteil, der sich so ergebe, werde direkt an den Kunden weitergegeben, womit sich die „besseren Konditionen“ begründen ließen. Eine Aussage, an der die Verbraucherzentrale zweifelt. Weil der Kaffee preiswert sei, heiße das noch lange nicht, dass dies auch für die Versicherung gelte.
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