Kunden wollen wissen, was die private Altersvorsorge bringt und kostet
Ab heute müssen Versicherungsunternehmen Informationsblätter für ihre Produkte erstellen. Der „Beipackzettel“ soll kurz und verständlich sein und alle für den Abschluss und den Vertrag an sich relevanten Daten enthalten. Wünschenswert wäre, dass es mit der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen für den Kunden einfacher wird, den Überblick zu behalten und überhaupt zu verstehen, was ihm da schwarz auf weiß ausgehändigt wird. Die überwiegende Mehrheit der Kunden schaut nämlich sehr genau hin, erkundigt sich vorab über das Unternehmen und liest auch die Versicherungsbedingungen, von denen allerdings nur 55 Prozent sagen, sie seien verständlich. Mit diesem Ergebnis wartet eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS Infratest zum Thema „Altersvorsorge und Transparenz“ auf.
In Auftrag gegeben wurde die Studie vom britischen Versicherer Standard Life. Das Unternehmen ließ 1.500 Frauen und Männer ab 14 Jahren befragen. Rund 80 Prozent sagen von sich, sie würden sich sehr gut vorbereiten, ehe sie den Vertrag für eine private Altersvorsorge unterschrieben. Dazu gehört für 74 Prozent auch, dass sie die Versicherungsbedingungen lesen. Von einem transparenten Altersvorsorgeprodukt erwarten sie in erster Linie, dass es keine versteckten Klauseln gibt (30 Prozent) und, dass die Vertragsunterlagen verständlich und eindeutig formuliert sind (30 bzw. 20 Prozent). Entscheidend bleiben aber die Kosten. Sie werden von 93 Prozent genau unter die Lupe genommen. 60 Prozent behaupten, sie würden sehr genau hinsehen, welche Kosten entstehen. Dass die Gebühren offengelegt werden – was auch ab heute der Fall ist, trotz heftigen Widerstandes der Branche – erachten 82 Prozent als sinnvoll.
Gänzlich unbedarft und uninformiert entscheiden sich nur sehr wenige Versicherungs- und Bankkunden für eine bestimmte Form der privaten Altersvorsorge. Drei Viertel nutzen die Möglichkeit des Beratungsgespräches, wobei 47 Prozent sich dabei über jedes noch so kleine Detail informieren, während es 29 Prozent reicht, die groben Eckdaten zu kennen. Geht es alleine um die Transparenz, liegt das Sparbuch ganz weit vorne. 79 Prozent halten den Klassiker für die transparenteste Anlageform, gefolgt vom Fest- und Tagesgeld sowie der Kapitallebensversicherung. Die Standard Life wertet die Ergebnisse als „wichtige Anhaltspunkte über das Informationsbedürfnis und -verhalten der Bundesbürger in punkto privater Altersvorsorge“. Die Kunden wollen genau wissen, was ihnen geboten wird und was es kostet. Das bedürfe einer sehr guten Beratung.
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