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Mittwoch, August 06, 2008

Kunstfonds – Braucht man das wirklich?

Von Zeit zu Zeit tauchen Nachrichten über Kunstfonds auf, die satte Renditen abwerfen sollen und mit großen Künstlern gespickt auch Kleinanlegern eine paradiesische Zukunft versprechen. Die Nachrichten nach einigen Jahren sind gewöhnlich anders. Dann werden von Banken komplette Kunstfonds sang- und klanglos eingestampft, die Werke versteigert und alles beendet. Bei privaten Kunstfonds kann es noch schlimmer aussehen. Das Geld ist investiert, aber die jeweilige Firma meistens schon Konkurs oder im Ausland. Insofern ist der Kunstfonds eine relativ risikoreiche Investitionsform.

Zumeist sind sie aufgebaut wie ein geschlossener Fonds, in dem der Anleger eine bestimmte Menge an Kapital einbringt, seien es nun 2.000 Euro oder 200.000 Euro. Die Wertentwicklung und die Handlung überlässt er dem Management und schaut nach zehn oder zwanzig Jahren, was daraus geworden ist. Da die Investitionen in den unteren oder privaten Fonds meist sehr subjektiv sind, zwar klingende Namen eingekauft werden, aber auch viel Mittelklasse, ist das Versprechen von 7,0 bis 10,0 Prozent Rendite im Jahr eher Augenwischerei. Die besseren Fonds, bei denen man allerdings mindestens 250.000 Euro anlegen muss, machen mehr gute Geschäfte und haben sich über einige Jahre bewährt.

Die Anlage in einen Kunstfonds kommt nur in Betracht, wenn man risikoreich orientiert ist und schon alles andere in seinem Depot hat. Seien es nun Fondssparpläne, Aktienfonds, Immobilienfonds, Rentenfonds und vielleicht eine Schiffsflotte. Dann kann so ein Kunstfonds das Portfolio hübsch auflockern. Denn sich als Kunstmäzen zu verstehen, kann schon Freude bereiten. Auch gilt der Nachteil, dass die Werke nicht in allen dieser Kunstfonds unbedingt einsehbar sind und eventuell nur Kataloge zur Verfügung stehen. Die realen Werke stehen gut eingepackt in einer Halle und warten vor sich hin. Kunstfonds mischen das Gesamtdepot mit einer exotischen Risikostruktur auf und man kann sich dann überraschen lassen, welchen Wert der Kunstmarkt und dessen Strippenzieher diesen Werken gerade zum Zeitpunkt des Verkaufs beimessen werden. Im günstigsten Fall hat sich die Rendite ergeben, im schlechteren Fall ein beachtlicher Verlust eingestellt.

Wobei mittlerweile auch die Photografie zusehends in diesen Kunstfonds auftaucht bzw. als eigener Fonds von sich reden macht. Denn die Wertentwicklungen in diesem Bereich entsprechen schon fast Alten Meistern. Solange die Qualität stimmt, es möglichst alt ist, von einem bekannten Photografen und nur wenig Originaleabzüge bestehen.

(Die Aussagen dieses Beitrags sind keine Anlageempfehlung und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anlageberater.)

Posted by Uwe on 08/06 at 05:20 AM
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