Lebensversicherer schöpfen Hoffnung und werden leistungsfähiger
Glimmt ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Lebensversicherung? Das Stiefkind der Versicherungsbranche – allein in diesem Jahr bis September ein Minus von neun Prozent bei den Abschlüssen – könnte von den aktuellen Entwicklungen wie der Abgeltungssteuer und der Beteiligung an den stillen Reserven der Konzerne profitieren. Interessant ist sie vor allem für Kunden, die auf Sicherheit bauen und sich dafür auch mit einer geringeren Rendite zufrieden geben würden.
Getan hat sich einiges auf dem Markt für Lebensversicherungen. Die Unternehmen versuchen, den Negativtrend aufzuhalten und umzukehren. Sie sind leistungsfähiger und leistungsbereiter geworden, bescheinigt auch Jörg Finsinger von der Universität Wien. Er untersucht seit nunmehr elf Jahren im Auftrag des Magazins „WirtschaftsWoche“ die Entwicklung bei den Lebensversicherern. 75 Angebote nahm er sich jetzt vor und konnte gleich 14 Mal die Bestnote verteilen, zwei Mal mehr als 2006. Mit ein Grund dafür sind die Bemühungen um niedrigere Verwaltungs- und Abschlusskosten, die sich bisher sehr deutlich auf den Gewinn ausgewirkt haben. Derzeit liegt die Rendite nach Einschätzung von Finsinger bei 3,5 bis 5,2 Prozent. Zu den Gewinnern des diesjährigen Rankings gehören die DEVK, die PB Versicherung und die Hannoversche Leben. Einen Stern abgeben musste Asstel.
Die besten Chancen auf Zuwachs im Neukundengeschäft dürfen sich nach Expertenmeinung die fondsgebundenen Lebensversicherungen machen. Sie versprechen eine höhere Rendite als die klassische Lebensversicherung. Leider gibt es keine Garantie auf den Gewinn und müssen Kunden bis zum Ende der Laufzeit hoffen. Ein weiterer Nachteil sind die Kosten, die bei einer Laufzeit von 30 Jahren rund zehn Prozent ausmachen. Das wirkt sich sehr deutlich auf das Endergebnis aus. Ohne ein weiteres, stabiles Standbein für die Altersvorsorge ist die Lebensversicherung auf Fondsbasis daher nur bedingt zu empfehlen.
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