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Montag, November 03, 2008

Lebensversicherung – stabil mit leichten Abstrichen

Riester- und Rürup-Rente sehen mit elf Millionen bzw. knapp 700.000 Policen recht blass aus im Vergleich zum Urgestein der privaten Altersvorsorge, der klassischen Lebensversicherung. Sie kommt auf stolze 94 Millionen Verträge, womit rein statistisch gesehen jeder Deutsche mehr als eines dieser Papiere sein Eigen nennt. Man mag über die Lebensversicherung schimpfen – was in der Vergangenheit häufig der Fall war – und ihr magere Renditen vorwerfen. Doch in der Not erweist sie sich als sehr solide, krisenfest und im Gegensatz zu anderen Optionen als nicht existenzgefährdet. Kurzum, die klassische Lebensversicherung gilt als äußerst sicher. In diesem Punkt sind sich unabhängige Experten und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einig.

Das gilt allerdings nur für die klassische Variante der Lebensversicherung. Fondsgebundene Policen, die eine höhere Rendite versprechen, schwimmen mit den Börsen und erleben derzeit regelrechte Talfahrten, wenn nicht sogar den freien Fall. Die klassische Lebensversicherung hingegen schippert bei leichtem Wellengang ruhig vor sich hin. „Die Stabilität ist nicht gefährdet“, so der oberste Versicherungsaufseher der BaFin, Thomas Steffen. Bei den Kapitalerträgen müsse man jedoch mit Abstrichen rechnen, zumindest im Moment. Für die Sicherheit verantwortlich ist ein enges Netz, in dem Vorgaben zur Anlagepolitik und die Überwachung nur zwei Bestandteile sind.

Die Versicherungen sind dazu verpflichtet, das Kapital breit gestreut anzulegen und für Polster zu sorgen, die als Reserve in schlechten Zeiten dienen. Gefüllt werden die Vorräte, auch als Rückstellung für Beitragsrückerstattung und Schlussgewinnanteilfonds bekannt, unter anderem durch die vorsichtige Kalkulation der Lebenserwartung und bessere Zeiten an den Kapitalmärkten. Insgesamt dürften sich rund 50 Milliarden Euro als Rücklagen auf den Konten Gesellschaften befinden. Daraus könnten sie im absoluten Notfall auch die garantieren Leistungen bestreiten, wenn die BaFin zustimmt.

Eine Garantie müssen die Unternehmen geben und dürfen daher auch nicht mit den Kundengeldern spekulieren. Unter dem Strich standen im vorigen Jahr mit Garantiezins und Überschussbeteiligung rund 4,6 Prozent Rendite. Die Gewinnbeteiligung wird im nächsten Jahr moderat sinken, sagt der Professor für Lebensversicherungen an der Fachhochschule Köln, Oskar Goecke, und ergänzt: „Das kann in einem Jahr schon wieder besser ausgehen.“ Also: Auf die Lebensversicherung scheint Verlass zu sein. Die meisten Verträge scheitern schließlich nicht am geringen Gewinn, sondern daran, dass man sich zu viel vorgenommen hat und die Beiträge auf Dauer zu hoch sind.

Posted by Andre on 11/03 at 06:25 AM
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