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Dienstag, September 16, 2008

Lehman Pleite zieht österreichische Lebensversicherer mit in die Tiefe

In Österreich geht die Angst um: Die Pleite der US-amerikanischen Bank Lehman Brothers reißt viele Versicherungskunden mit in die Krise. Das Bankhaus diente vielen Assekuranzen als Garant für ihre kapitalgarantierten Lebensversicherungen. 20.000 Euro hat jeder Kunde im Schnitt investiert und trägt angesichts der Insolvenz jetzt selbst das Risiko, da die Versicherungen bei Policen dieser Art keine Haftung übernehmen. Betroffen sind unter anderem Kunden der Allianz und der Generali. Sie hatten die Produkte gerade angesichts der Turbulenzen an den Börsen beworben und ihren Kunden hohe Renditen und Sicherheit für das eingezahlte Kapital versprochen.

Jetzt wird sich zeigen müssen, wie kundenfreundlich die Versicherungen sind und ob sie nicht doch ein Netz spannen, damit die Anleger nicht den Boden unter den Füßen verlieren. Bei der Allianz wurde eine Hotline eingerichtet. Chef Wolfram Littich erklärte: „Unsere Kunden sind auf der sicheren Seite. Wir werden auch unter diesen schwierigen Umständen die Interessen der Anleger selbstverständlich wahren.“ Insgesamt geht es alleine bei der Allianz um 20 Millionen Euro. Etwas tiefer im Schlamassel steckt die Wüstenrot-Versicherung. Sie selbst ist mit zehn Millionen Euro dabei, die Kunden mit 20 Millionen Euro. Da die Wüstenrot mit der holländischen Tochter von Lehman Brothers zusammenarbeitet, kann noch niemand sagen, wie und ob sich die Pleite auswirken wird. Im Zweifelsfall müsse man den Betrag wertberichtigen, so Helmut Geier von der Wüstenrot.

Mit im Boot sitzt auch die Nürnberger Versicherung, die allerdings schon Anfang September die Reißlinie zog und keine weitere Policen verkaufte. Viele Versicherungen hatten sich auf das Rendite-Versprechen von Lehman Brothers verlassen. Da keine Assekuranz nachstehen wollte, ergab sich der Dominoeffekt und sprang jeder auf den Zug auf. Dass man jetzt im wahrsten Sinne des Wortes umfällt, ist den Unternehmen eher peinlich. Da auch andere Banken aus den USA als Garant für österreichische Versicherungen fungieren, fühlt sich im Moment kein Anleger wohl in seiner Haut. Der Ruf der Wiener Versicherungsmakler nach klaren Richtlinien ist daher nur verständlich. Seitens der Verbraucherschützer aus Österreich wird von den Versicherungen gefordert, zumindest die Einzahlungen zu erstatten – eine Verpflichtung dazu gibt es allerdings nicht.

Posted by Andre on 09/16 at 05:41 AM
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