Machen Sie Ihre Versicherungsinventur 2.Teil
Welche Daten brauchen Sie für Ihre Inventurliste?
Nehmen Sie nun bitte ein liniertes oder kariertes Blatt Papier zur Hand. Legen Sie es quer, und machen Sie darauf eine Tabelle mit sechs Spalten. Benennen Sie die Spalten jetzt der Reihe nach mit den folgenden Überschriften:
Name des Versicherers, Versicherungsnummer, Zahlungsweise (zum Beispiel: jährlich, monatlich), Beitrag gemäß Zahlweise, Zahlweg (Rechnung, Kontoabbuchung) und Vertragsablauf.
Ihre Papiere liegen inzwischen gut sortiert vor Ihnen – die letzten Schriftstücke obenauf. Je nach der Zahl Ihrer Verträge übertragen Sie in wenigen Minuten die oben genannten Merkmale aus den Unterlagen in Ihre Tabelle.
Dabei möchte ich Ihnen einen guten Tipp aus meiner Tätigkeit im Versicherungsaussendienst weitergeben: Machen Sie sich diese Datenerhebung leichter. Arbeiten Sie im Team. Fragen Sie also Ihre Ehefrau oder eine andere vertraute Person, ob sie Ihnen hilft. Dann fragen Sie die Werte ab und tragen sie ein. Ihre Assistentin oder Ihr Inventursekretär sucht das Gewünschte heraus und diktiert Ihnen. Ich bin sicher, so macht Ihnen diese trockene Materie mehr Spaß.
Ihre Versicherungsliste ist fertig.
Spüren Sie nun, wie die Spannung wächst? Das Sortieren und Ordnen hat Sie zwar mürbe gemacht, aber jetzt wissen Sie, dass sich Ihre Arbeit gelohnt hat: Ihre Liste ist fertig. Und entpuppt sich als sehr interessant. Meine Erfahrung zeigt, dass die Liste Sie automatisch zu den Policen führt, die Ihnen zu teuer oder nicht mehr bedarfsgerecht erscheinen. Machen Sie sich am besten dazu Notizen, die Sie später auswerten: durch Vertragsänderungen, Tarifwechsel, Kündigungen oder Wechsel zu günstigeren Mitbewerbern.
Naturgemäß ergibt jede Inventur andere Ergebnisse bei jeweils individuellem Handlungsbedarf. Oft entscheidet darüber schon die Tatsache, ob ein Direktversicherer Ihr Vertragspartner ist oder Sie von einem Makler oder einem Mehrfachagenten betreut werden. Und erfahrungsgemäß ist für Sie der zu zahlende Beitrag nur ein Entscheidungsfaktor. Denn meistens liegt auch hier der Teufel im Detail: zum Beispiel in der Dynamik, in unnützen Einschlüssen, in beitragsaufblähenden Leistungen, die kein Mensch braucht.
So werten Sie Ihre Versicherungsinventur aus.
Auf einige dieser Details möchte ich hier eingehen. Denn an dieser Stelle gibt es keine allgemeingültigen Lösungen. Weicht doch Ihre persönliche Situation und der damit verbundene Bedarf an Sicherheit immer von dem Ihrer Mitmenschen ab. Überprüfen Sie aber in jedem Fall die folgenden Punkte, wenn Sie Ihre Inventur auswerten:
Klären Sie, ob Ihre Privat- oder Betriebshaftpflicht-Versicherung auf dem neuesten Stand ist. Weist Ihr Vertrag nur Deckungssummen von zwei oder drei Millionen Euro auf, vereinbaren Sie besser den heute notwendigen Schutz von zehn Millionen oder unbegrenzt. Sonst droht Ihnen bei großen Schäden die Zahlungsunfähigkeit. Und Sie werden Ihres Lebens nicht mehr froh.
Ihr Haftpflichtvertrag ist schon vier, fünf Jahre alt? Und Sie haben inzwischen in Ihrem Haushalt Internetanschluss? Ja, dann schließen Sie bei der Änderung Ihrer Haftpflichtversicherung gleich die Deckung für Schäden durch Datenaustausch im Internet ein. Stellen Sie sich dazu vor, Sie senden zum Beispiel eine Datei oder eine E-Mail auf den Server Ihres Empfängers und dieser nimmt dadurch nachweislich Schaden. Nehmen wir einmal an, seine Daten werden beschädigt oder gehen verloren. Genau, dann haften Sie dafür in voller Höhe dafür. Aktuelle Policen bieten Ihnen heute für diese Risiken Deckungssummen von 50.000 € und mehr pro Schadenfall.
Was Sie noch alles aus Ihrer Inventur herausholen, erfahren Sie jetzt im dritten Teil.
Sie haben den erstenTeil übersehen? Überhaupt kein Problem: Versicherungsinventur 1.Teil
Versicherungen • Tipps • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
