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Montag, Juli 04, 2011

Mediation: Reden ist Gold

Wenn Streithähne aufeinander losgehen, ist Rücksicht auf Verluste meist ein Fremdwort. Da wird jedes Register gezogen. Das Ende vom Lied ist ein Gerichtsverfahren, bei dem eine von beiden Parteien einen Rüffel erhält, die andere Seite die Siegerfahne schwenkt und der Streit an sich gar nicht gelöst werden kann. Ruhe und Frieden oder zumindest ein beiderseits akzeptierter „Waffenstillstand“ sind nach einem Richtspruch eher selten zu erwarten. Besser ist eine Mediation, die versucht, verhärtete Fronten aufzuweichen oder ganz einzureißen und eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Viele Assekuranzen bieten ihren Kunden im Rahmen der Rechtsschutzversicherung bereits die Option einer Mediation. Dabei nimmt sich ein Mediator der Sache an, steuert das Gespräch der Gegner und hilft bei den ersten Schritten aufeinander zu. Laut einer Umfrage der Arag-Versicherung halten 80 Prozent der Deutschen diesen Weg für besser geeignet, als sofort die Mühlen der Justiz in Gang zu setzen. Aktuell, so der Bundesverband Mediation, bieten in der Bundesrepublik 5.000 seriöse Mediatoren ihre Arbeit an (die Betonung liegt auf seriös, da es keine geschützte Berufsbezeichnung ist). Häufig handelt es sich um Anwälte, die eine zusätzliche Ausbildung als Mediator absolviert haben. Über Arbeitsmangel können sie sich nicht beklagen.

Da die Mediationsverfahren die Gerichte entlasten, wird nun auch die Bundesregierung mit einem Gesetz aktiv. Ziel: Die nötigen Rahmenbedingungen für die Mediation zu schaffen. Das Prinzip ist relativ einfach. Wenn sich beide Parteien darauf einigen können, einen Mediator einzuschalten, setzt man sich an einen Tisch, trinkt ein Tässchen Kaffee und spricht über die Probleme. Darauf, dass diese Gespräche nicht einseitig verlaufen oder jemand untergebuttert wird, achtet der Mediator. Er sorgt für eine neue Perspektive, damit jeder die Gesamtsituation überblicken und daraus Schlüsse ziehen kann. Das Ergebnis sollte nach Möglichkeit eine Einigung sein. Sie ist zwar nicht rechtsverbindlich – es kann also nach wie vor geklagt werden –, basiert aber auf einer gemeinsamen Entscheidung. Daher sei es eher unwahrscheinlich, so Mediatorin Christina Schmauch gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung, dass zusätzlich der Weg vor Gericht eingeschlagen wird.

Posted by Andre on 07/04 at 04:02 PM
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