Miezi von Versicherung als gebraucht abgestempelt
400 Euro hat Miezi, ein Mix aus Perserkatze und Britisch Kurzhaar, gekostet. Sicherlich ein Batzen Geld für eine Katze. Doch dem Besitzer war sie jeden Cent wert, zumal sich die flauschige Samtpfote als echter Gewinn erwies. Der Stubentiger kuschelte gerne mit seinen „Dosenöffnern“, spielte und war ansonsten ein eher ruhiger Vertreter. „Eine echte Granate“, sagt der Besitzer. Nur leider ist Miezi nicht mehr: Der Nachbarshund hat sich die Katze geschnappt. Das Tier hatte keine Chance. Nun möchte die Familien Schadenersatz. Den soll es laut Versicherung auch geben. Allerdings rechnet die Assekuranz ganz anders als der Katzenfreund – schließlich sei Miezi nicht mehr nagelneu gewesen.
Für den Besitzer war das wie ein Schlag ins Gesicht. Da fährt er mit der schwerverletzten Katze noch in die Klinik und lässt alles nur menschenmögliche unternehmen, damit Miezi den Angriff überlebt, um dann eine Abrechnung wie für ein Auto zu erhalten. Die Sachbearbeiterin der Tierhalterhaftpflichtversicherung des Nachbarn – dem die Familie keinen Vorwurf macht, schließlich hat der Hund ganz instinktiv gehandelt – schnappte sich offensichtlich einen besonders spitzen Bleistift: 150 Euro für den Klinikaufenthalt und 150 Euro für die tote Miezi wurden als Schadenersatz aufgelistet. Die Nachfrage, weshalb nur 150 Euro für die Rassekatze bezahlt würden, erbrachte eine unglaubliche Antwort: „Die ist doch schon gebraucht gewesen“,
Der Anwalt der Familie, die ihre Rechtsschutzversicherung eingeschaltet hat, zahlt es der Assekuranz zumindest verbal mit gleicher Münze zurück. Die Bild-Zeitung zitiert ihn: „Das Tier war gesund, gut gepflegt, trug keine Brille, hatte keine dritten Zähne“. Zudem müsse hier nach dem Prinzip „neu für alt“ verfahren werden, weil eine Reparatur aussichtslos sei. Wie das ein Gericht sieht, bleibt abzuwarten. Eines zeigt diese Geschichte aber: Die vielen Beschwerden über Versicherungen – wir berichteten – liegen zu einem gewissen Prozentsatz sicherlich auch daran, dass einigen Sachbearbeitern schlicht das nötige Feingefühl fehlt.
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