Mit Compass durchs Sozialsystem
Die Pflege gehört nicht unbedingt zu den Themen, über die gerne geredet oder nachgedacht wird. Vielmehr klaffen riesige Wissenslücken, die sich im Fall der Fälle schnell als Stolpersteine erweisen. Nur 13 Prozent der Deutschen sagen von sich, sie seien gut informiert. Über die Hälfte der Bundesbürger kann das laut Umfrage des Bertelsmann Gesundheitsmonitors nicht von sich behaupten. Dabei geht es weniger um die aktive Pflege, sondern darum, den Alltag mit einem Pflegebedürftigen so gut wie möglich zu organisieren und den Weg durch das komplizierte Sozialsystem zu finden. Die privaten Krankenversicherungen (PKV) haben zu diesem Zweck Compass, eine Pflegeberatung, gegründet. Seit Januar 2009 sind die Helfer aktiv – und werden gerne in Anspruch genommen.
3.000 Menschen konnten die Mitarbeiter von Compass laut „PKV Publik“ bereits helfen – vor Ort, in den eigenen vier Wänden. Also dort, wo man sich wohl fühlt. Blickt man auf die Statistiken und Prognosen zur Pflegesituation in Deutschland, wird die Zahl der Hilfesuchenden in den kommenden Jahren noch deutlich steigen. Derzeit sind rund 2,25 Millionen Menschen pflegebedürftig. 2050 sollen es schon vier Millionen sein. Angehörige stehen dieser Situation oft hilflos und teils auch resigniert gegenüber. Sie sind schlichtweg überfordert. Unter anderem, weil sie gar nicht wissen, welche Hilfen ihnen zustehen und an wen sie sich wenden können und müssen.
Hier setzt die Arbeit der Compass-Pflegeberater an: Sie sind dezentral organisiert, in zehn Regionalbüros, und stehen in der Kölner Zentrale telefonisch mit Rat und Tat zur Seite. 700 Mal klingelt das Telefon dort pro Woche. Die Mitarbeiter verfolgen mehrere Aufgaben: Sie beraten, besuchen Betroffene zu Hause und bauen ein Netzwerk auf, indem sie mit regionalen Akteuren wie Selbsthilfegruppen zusammenarbeiten. Seit Mitte Mai sind rund 200 Berater für Compass aktiv. Ihre Klientel sind längst nicht nur Familien, die einen Pflegefall haben, sondern auch Menschen, die befürchten, selbst eines Tages gepflegt werden zu müssen und sich vorab informieren möchten.
Das Thema Finanzen spielt dabei häufig eine Rolle. Wer vorsorgen möchte, um die Familie später nicht zu belasten, sollte sich rechtzeitig um eine private Pflegezusatzversicherung kümmern. Welche Möglichkeiten es gibt, vom Pflegetagesgeld bis hin zur Pflegerentenversicherung, darüber kann man sich im Gespräch mit einem unabhängigen Versicherungsmakler oder ganz einfach online informieren.
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