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Freitag, August 22, 2008

MLP entzieht sich dem Zugriff durch die Swiss Life

Der Versuch des Schweizer Versicherungskonzerns Swiss Life, einen Fuß in die Tür des unabhängigen Finanzberaters MLP zu bekommen, blieb nicht ohne Echo. Nachdem es dem Lebensversicherer dank AWD-Gründer Carsten Maschmeyer gelungen war, einen über der Sperrminorität liegenden Anteil von 26,75 Prozent zu erwerben, schlug die MLP AG jetzt zurück. Ganz alleine hätte man es vermutlich nicht geschafft. Mit der Allianz, dem französischen Axa-Konzern und der britischen HBOS an der Seite und zehn Millionen neuen Stammaktien stach man die Schweizer aus und stellte sich neu auf.

123 Millionen Euro spült dieser Schritt in die Kassen der MLP, deren Vorstand am Donnerstag grünes Licht für die Kapitalerhöhung gegeben hatte. Jetzt sind 107,8 Millionen Aktien des Unternehmens im Umlauf. Von den neuen Papieren gingen jeweils 46 Prozent an die Lebensversicherungen Axa und Allianz sowie acht Prozent an die zur HBOS gehörenden Uberior Ena Ltd. Konsequenz aus diesem Schritt: Die Anteile der bisherigen Aktionäre wurden stark verwässert. Für den Gründer der MLP, Manfred Lautenschläger und seine Familie heißt das, statt bisher 32 halten sie nur noch 29,4 Prozent. Viel wichtiger aber: Der Anteil der Swiss Life sank durch diesen Schachzug auf 24,3 Prozent und damit unter die Sperrminorität von 25 Prozent.

„Wir sichern durch diesen gemeinsamen Schritt von MLP und bedeutenden Produktpartnern dauerhaft das Geschäftsmodell des unabhängigen Beratungshauses“, so der Vorstandsvorsitzende Uwe Schroeder-Wildberg. Mit den eingenommenen Barmitteln wolle man die Position des Unternehmens stärken, um aktiv an der Konsolidierung in der Finanzdienstleistungsbranche teilzunehmen. Die Swiss Life nahm es gelassen. Sie hatten immer auf einen Dialog mit der MLP bestanden, der stets abgelehnt wurde. „Für uns ändert sich nichts“, ließ sie wissen. Dank der 97-prozentigen Beteiligung an der AWD und dem Anteil an der MLP habe man eine starke Stellung im Bereich der unabhängigen Finanzberatung inne.

Ganz locker lassen wird die Swiss Life vorerst nicht. Sie verweist nach wie vor auf mögliche Synergien und die Vorteile, die eine Zusammenarbeit mit ihr und dem AWD bringen würden. Dazu wird es aber wohl nicht kommen. Sowohl Carsten Maschmeyer als auch der Chief Operating Officer des AWD und ehemalige MLP-Finanzvorstand Nils Frowein genießen bei der MLP-Spitze keine Sympathien. Dass sich dafür unter anderem die Allianz sehr stark engagiert, wird damit begründet, dass die langfristige Wahrung der Unabhängigkeit von MLP im Interesse des Marktes sei. An einer Kontrollmehrheit habe man seitens der Allianz kein Interesse, sondern wolle einfach nur unabhängige Anteilseigner stärken.

Posted by Andre on 08/22 at 03:53 AM
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