Neue Breitseite für Lebensversicherungen
Kapitalbildende Lebensversicherungen haben keinen leichten Stand. Kritiker feuern ständig neue Breitseiten ab und untermauern ihre Argumente mit Statistiken und Beispielen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und die Unternehmen reagieren eher gelassen und bauen die immer gleiche Verteidigung für den Klassiker unter den Altersvorsorgeprodukten auf. Langsam wird dieser Schutzschirm allerdings löchrig. Denn Verbraucher achten inzwischen sehr genau darauf, was unter dem Strich steht oder vielmehr stehen könnte. Aufgrund der Senkung des Garantiezinses von derzeit 2,25 auf 1,75 Prozent ab 2012 wird es für die Lebensversicherung da langsam eng, zumal auch die Überschussbeteiligung bröckelt.
Erneut aufgegriffen wurde das Thema jüngst von der Bild-Zeitung. Sie informierte darüber, dass vielen Sparern der große Schock drohe, weil die Zahlen in der Stand-Mitteilung plötzlich immer kleiner werden. Nicht, weil die Assekuranz mit einer neuen Schriftgröße experimentiert, sondern weil die einst prognostizierte Leistung nicht mehr erzielt werden kann. Die Vorzeichen sind anders, die Zeiten schwerer. Das bekommt auch die Branche zu spüren. Thorsten Rudnick vom Bund der Versicherten (BdV) nennt im Artikel der Boulevard-Zeitung einen Fall, in dem der Kunde plötzlich mit 80.000 Euro weniger rechnen muss. Keine besonders erfreuliche Nachricht - insbesondere dann, wenn das Geld fest eingeplant war oder die private Altersvorsorge ausschließlich auf diesem Standbein fußt.
Wenig zuversichtlich, was die künftige Entwicklung betrifft, zeigt sich aktuell auch Manfred Poweleit, der Herausgeber des map-Reports. Im Gespräch mit der Zeitung erklärte er: „Künftige Rentner bekommen geringere gesetzliche Renten und weniger von ihren Lebensversicherungen.“ Der GDV hält dagegen. „Mehr Stabilität und Planungssicherheit bietet kein anderes Produkt“, sagt Pressesprecher Hasso Suliak. In einem Punkt hat der GDV sicherlich recht: Lebensversicherungen bieten durchaus Planungssicherheit, wenn man sich nur auf die garantierten Leistungen konzentriert und mögliche Überschussbeteiligungen ganz außen vor lässt. In dem Fall lohnt es sich, jetzt noch aktiv zu werden – Stichwort Garantiezins. Hier gilt es dann, genau zu vergleichen, wer was bietet und wie erfolgreich die Unternehmen in der Vergangenheit waren.
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