Notwendigkeit von Sterbegeldversicherungen?
Todesfälle haben immer etwas mit Trauer zu tun, außerdem ist es in solch einem Zustand oft sehr schwer für die Hinterbliebenen organisatorische Entscheidungen zu treffen. Lilo Blunck, die Vorsitzende des Bundes der Versicherten vertritt aus diesem Grunde die Auffassung, dass jeder einzelne sich frühzeitig um solche Angelegenheiten, wie Bestattung, kümmern sollte, auch wenn nicht gerne über den eigenen Tod nachgedacht wird. Trotzdem nimmt dieses vorzeitige Handeln den Hinterbliebenen dann eine große Last ab. In aller Regel kosten Bestattungen um 5000 Euro. In der gesetzlichen Krankenkasse war es früher üblich, dass ein sogenanntes Sterbegeld integriert war, da dem jedoch schon lange nicht mehr so ist, müssen die Angehörigen selbst die Beerdigung bezahlen. Nachdem ist zu dieser Gesetzesänderung im Jahre 2004 gekommen war, haben die Versicherungen natürlich unverzüglich reagiert und die die sogenannte Sterbegeldversicherung geschaffen. Wie bei allen Versicherungen auf den Todesfall hängt die Höhe des Beitrags wesentlich von dem Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn ab. Bei Abschluss in höherem Alter sind entsprechend hohe Beiträge für die dann jährlich zu erwartende Sterblichkeit zu erwarten. Beiträge jüngerer Versicherter werden hingegen teilweise angespart, um für die hohe Sterblichkeit im Alter vorzusorgen. Im Unterschied zu normalen Lebensversicherungen wird oft auf eine Gesundheitsprüfung bei Vertragsabschluss verzichtet, da eine aufwändige Untersuchung bei den niedrigen Leistungen im Todesfall nicht lohnenswert ist. Eine Sterbegeldversicherung ist also eine häufig lebenslängliche Kapitalversicherung auf den Todesfall mit einer relativ geringen Versicherungssumme. Dadurch sollen vor allem die Beerdigungskosten und andere direkt mit dem Tod verbundene Aufwendungen abgedeckt werden, um die Hinterbliebenen nicht mit zu hohen Kosten zu belasten. Des Weiteren soll mithilfe der Versicherung erreicht werden, dass eine angemessene Beerdigung sicher gestellt wird, sollten im Einzelfall keine Hinterbliebenen existieren. Wenn der Versicherte dann stirbt, wird die Versicherung fällig. Einige Anbieter geben einen lebenslangen Versicherungsschutz, was heißt, dass das Geld immer an die Hinterbliebenen weiter geleitet wird. Sollte der Vertrag mit dem 100. Geburtstag zu Ende gehen, zahlt die Firma direkt an den Kunden. Die Gesellschaften machen auch damit Werbung, dass die Interessenten bis einschließlich zu ihrem 85. Geburtstag und unabhängig von ihrem Gesundheitszustand in eine derartige Versicherung aufgenommen werden können. Das einzige Problem daran bleibt, dass die Versicherten in den ersten Jahren eine Auszahlung der Versicherungssumme nicht erwarten können. Bei vielen Unternehmen muss erst eine Hürde von drei Jahren überwunden werden. Vor diesem Zeitpunkt werden, wenn überhaupt, die Beiträge ohne Verzinsung wieder ausgezahlt. Dazu äußert sich Lilo Blunck folgendermaßen, die Versicherten zahlen bei langer Laufzeit mehr in die Sterbegeldversicherung ein, als sie oder ihre Hinterbliebenen später herausbekommen würden. Darüber hinaus ist die Verzinsung nicht sehr verbraucherfreundlich. Das sind zwei Gründe, die es sinnvoll erscheinen lassen, eher einen Sparvertrag anzulegen, durch den Monat für Monat ein fester Betrag auf das Konto angelegt wird. Andererseits kann eine solche Versicherung auch sinnvoll sein, wenn man noch jung ist. Die Beiträge für jüngere Neukunden unter 50 Jahren sind ausgesprochen niedrig und können damit selbst von solchen Personen aus dem laufenden Einkommen bezahlt werden, die nicht jederzeit eine die Bestattungskosten deckende Rücklage vorhalten können.
