Nur drei sehr gute Unfallversicherungen
Nach einem Unfall finanziell bestens abgesichert zu sein: Diesen Wunsch erfüllen sich viele Bundesbürger mit dem Abschluss einer Unfallversicherung. 28 Millionen Policen gibt es. Die wenigsten davon dürften den strengen Testkriterien der Zeitschrift „Finanztest“ standhalten. Für die Dezemberausgabe hat das Magazin der Stiftung Warentest über 300 Tarife untersucht und dabei nur drei gefunden, die ein „sehr gut“ verdient haben. Dafür müssen Mann und Frau dann auch ein paar Euro mehr bezahlen. Aber, sagen die Tester: Auch mit günstigeren Angeboten lässt sich ein brauchbarer Schutzschirm spannen.
Damit wirklich nur solide Policen im Test berücksichtigt werden, setzte Finanztest eine Mindestleistung von 500.000 Euro bei Vollinvalidität voraus. Die Summe scheint hoch. Bedenkt man, dass von dem Geld unter Umständen Umbauten am Haus und am Fahrzeug sowie Haushaltshilfen finanziert werden müssen, relativiert sich der Betrag ganz schnell. Vor allem aber wird deutlich, dass man mit Mini-Versicherungsleistungen von 50.000 Euro nicht wirklich weit kommt.
Die Frage ist nur: Wann und wofür zahlt die Unfallversicherung? Maßgeblich ist hier die Gliedertaxe, die von Vertrag zu Vertrag unterschiedlich sein kann. Hier kommt es auf die exakten Vertragsbedingungen an. Das gilt umso mehr für den Versicherungsfall. Er tritt in der Regel ein, wenn ein Ereignis plötzlich und unfreiwillig von außen auf den Körper einwirkt. Diese Definition lässt sich sehr weit fassen. Das hat sich spätestens bei der Diskussion um Zeckenbisse und deren Folgen gezeigt. Des Weiteren stellt sich die Frage, innerhalb welches Zeitfensters nach einem Unfall die Invalidität eintreten muss, damit die Unfallversicherung eine Leistung erbringt. Meist ist es ein Jahr. Die Tester halten diesen Zeitraum aber für zu kurz, weil eine Diagnose bisweilen länger dauert. Verträge, die in allen Punkten kundenfreundlich gestaltet sind, gibt es ab etwa 300 Euro im Jahr, bei riskanteren Berufen ab 500 Euro. Für „gute“ Angebote müssen laut „Finanztest“ rund 130 Euro investiert werden.
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