Nur zwei Prozent der Deutschen betreiben Pflegevorsorge
Obwohl sie Angst davor haben, später einmal pflegebedürftig zu werden und durchaus wissen, dass Pflegevorsorge möglich ist, lassen die Bundesbürger keine Taten folgen. Einer Umfrage der Continentale zufolge fürchten zwar 82 Prozent der Deutschen den eigenen Pflegefall. Maßnahmen ergriffen und eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen haben hingegen nur zwei Prozent. Dass eine Absicherung nötig wäre, meinen immerhin 54 Prozent – damit allerdings auch zehn Prozent weniger als noch vor vier Jahren.
Dass die Zukunftssorgen und die Reaktion darauf so weit auseinanderklaffen, liegt aus Sicht von Continentale Sprecher Bernd Goletz in erster Linie daran, dass die Bürger nicht ausreichend informiert sind. Das mündet bisweilen in eine eklatante Fehleinschätzung, welche finanziellen Folgen Pflegebedürftigkeit nach sich ziehen kann. „Viele denken, irgendwas von meinen vielen Versicherungen kommt schon dafür auf“, so Goletz. Er mahnt, dass private Rentenversicherungen und Sparguthaben bei einem durchschnittlichen Pflegezeitraum von acht bis zehn Jahren kaum reichen und die gesetzliche Pflegeversicherung lediglich eine Art Teilkasko darstelle. Sie decke gerade einmal die Hälfte der Kosten für einen Platz im Pflegeheim ab.
Warum die Deutschen keine private Vorsorge in Sachen Pflege betreiben, hat mehrere Gründe. Viele fürchten, die Verträge seien zu teuer oder es werde im Ernstfall doch nicht gezahlt. Zudem gehen 58 Prozent davon aus, im Alter von der Partnerin respektive dem Partner gepflegt zu werden. Auch diese Antworten belegen, dass es schlichtweg an Informationen mangelt. Denn mit 25 Euro, die 38 Prozent zu zahlen bereit wären, ließe sich schon ein bedarfsgerechter Schutz realisieren. Die Befürchtung, im Pflegefall kein Geld zu erhalten, sei ebenfalls unbegründet, beruhigt die Continentale. Die Pflegestufe werde durch den medizinischen Dienst festgelegt und dementsprechend die vereinbarte Leistung erbracht.
Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender der Contintale, zieht angesichts der Daten eine eher unbefriedigende Bilanz: „Die Studie zeigt in einer erschreckenden Klarheit, wie groß die Uninformiertheit der Deutschen tatsächlich ist. Denn es gibt ja keinen belegbaren Grund für die mangelnde Vorsorge, sondern nur ein diffuses Meinungsbild, das auf Unwissen basiert.“ Unabhängig davon, welcher Weg mit der Pflegereform eingeschlagen werde, müsse stärker aufgeklärt werden. Denn, so Rolf Bauer: „Ohne private Zusatzversicherung wird es in Zukunft eine angemessene und würdige Pflege nicht mehr geben.“
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