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Freitag, Januar 16, 2009

Österreich: Generali dreht an der Preisschraube

Auf die Frage, wie man Kunden wieder dazu motivieren kann, neue Versicherungen abzuschließen, hat die Generali in Österreich eine recht simple Antwort gefunden: Sie bringt eine Reihe neuer Tarife auf den Markt. Die Produktoffensive orientiert sich an der „Geiz ist geil“-Mentalität. Das heißt, die Verträge sind rund 15 Prozent günstiger, haben dafür aber auch etwas abgespeckt. Lockern wird man die Preisschraube in erster Linie über den Selbstbehalt. Bei der Kfz-Versicherung steigt er in den preiswerteren Tarifen von 250 auf 350 Euro. Dadurch sollen innerhalb der nächsten drei Jahre 60.000 Kunden gewonnen werden.

Auf den Markt kommen die Tarife im Februar. Neben der Kfz-Versicherung wird Österreichs größte Assekuranz – mit 1,7 Millionen Kunden – auch in den Bereichen Unfall-, Eigenheim- und Naturkatastrophenversicherungen aktiv. Dabei gilt weitgehend das gleiche Prinzip: Selbstbeteiligung rauf, Preis runter. Im Segment Unfallversicherung werden zusätzlich die Leistungen beschnitten. Ganz außen vor bleiben vermutlich Unfälle bis zehn Prozent Invalidität. Sie machen derzeit rund 70 Prozent der Leistungen aus, die von der Versicherung erbracht werden müssen. Als Beispiel nennt Generali-Vorstandschef Luciano Cirina einen Bänderriss, der die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Kunden nicht beeinflusse. Müsse die Versicherung nicht länger für derlei Kleinunfälle zahlen, könne die Prämie um mindestens 20 Prozent gesenkt werden.

Die Generali möchte auf diesem Weg auf die Kunden zugehen, statt den Kopf in den Sand zu stecken, erklärte Luciano Cirina. Der Fokus liege besonders auf den preissensiblen Bereichen, um sich besser am Markt positionieren zu können. 2008 habe sich das Unternehmen sehr gut behauptet. In diesem Jahr werde es schwer und müsse man entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung agieren. Für den Vertrieb hat die Generali die Weichen schon vor einem Jahr gestellt. Sie kooperiert mit der Bawag und der PSK, in deren Filialen die Versicherungspolicen angeboten werden. Ob zukünftig auch der Postzusteller Verträge verkaufen darf, lässt die Versicherung gerade prüfen.

Posted by Andre on 01/16 at 01:41 PM
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