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Montag, Oktober 03, 2011

Österreicher schätzen das Risiko der Berufsunfähigkeit völlig falsch ein

Mitte des Jahres hat die Continentale Lebensversicherung AG die Ergebnisse einer Studie zum Thema Berufsunfähigkeit veröffentlicht. Jetzt liegen die Daten der Continentale Assekuranz Service GmbH aus Österreich vor. Parallelen sind unverkennbar: Hüben wie drüben wird das Risiko, nicht mehr arbeiten zu können, schlichtweg unterschätzt. Statt gezielt mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorzusorgen, geht die Mehrheit davon aus, auch mit anderen Policen über die Runden zu kommen. Diesem Irrglauben unterliegen Deutsche und Österreicher gleichermaßen. Hauptsächlich, weil es an Informationen mangelt.

Um ein Beispiel zu nennen: In Österreich gehen 70 Prozent der Umfrageteilnehmer davon aus, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Vorsorgemaßnahme geeignet ist, und liegen damit goldrichtig. Auf der anderen Seite glauben aber 71 Prozent, dass auch eine Lebensversicherung für diese Zwecke geeignet ist. 80 Prozent nennen eine Unfallversicherung, 76 Prozent legen für den Fall der Fälle ein paar Euro auf die hohe Kante, 64 Prozent bauen auf Krankenzusatzversicherungen und 56 Prozent auf das Eigenheim. Christian Brandstätter, Geschäftsführer der Continentale, zitiert diesbezüglich seinen deutschen Kollegen: „Im übertragenen Sinn kaufen sich die Menschen also einen Fallschirm und sind dann davon überzeugt, dass er auch gegen Ertrinken hilft.“

Dass sich die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Alpenrepublik bislang noch nicht durchsetzen konnte, hat mehrere Gründe. Zum einen rechnen nur wenige Arbeitnehmer damit, arbeitsunfähig zu werden, weil sie ein falsches Bild von Berufsunfähigkeit haben. Zum anderen baut man auf die Unterstützung von Familie und Freunden. „Das ganze Thema wird also offenbar nicht verstanden“, so Brandstätter. So wissen nur 22 Prozent der Österreicher, dass psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 39 Prozent inzwischen auf Platz eins der Auslöser stehen. Das Fazit von Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, die an der Studie mitgearbeitet hat, lautet daher, „dass hier ein enormer Informationsmangel zum Thema herrscht und qualifizierte Aufklärung und Beratung in großem Stil gefordert sind“.

Posted by Andre on 10/03 at 09:28 AM
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