PKV-Kunden wollen nicht wechseln
Das Zeitfenster, innerhalb dessen Bestandskunden der privaten Krankenversicherungen (PKV) den Anbietern wechseln können, schließt sich langsam. Sechs Monate hatte der Gesetzgeber im Rahmen der Gesundheitsreform für Wechselwillige vorgesehen. Eine „Völkerwanderung“ wird wohl niemand erwartet haben, allerdings auch nicht das laue Lüftchen, das seit Anfang des Jahres durch die Reihen der PKV weht. 8,6 Millionen Privatversicherte gibt es in der Bundesrepublik. Davon haben laut Aussagen der größten Krankenversicherer nicht einmal 100 die Karte „komm` aus Deiner PKV frei“ gezogen.
Bei der DKV beispielsweise wartet man seit Januar vergebens darauf, dass ein Kunde von einer anderen privaten Krankenversicherung an die Pforten klopft. Beinahe schon hektisch scheint es da mit zehn Wechslern bei der Debeka als größter PKV, der Central und der Allianz zuzugehen. Dass die Zahlen bis Ende des Monats noch in die Höhe schnellen werden, daran glaubt niemand. Von Wettbewerb, der eigentlich Sinn der Wechseloption war, kann daher nicht die Rede sein. Daran sind die Macher der Gesundheitsreform Schuld: Sie haben eine Bremse eingebaut, dank der sich viele sehr genau überlegen werden, ob ein Wechsel überhaupt in Frage kommt.
Die Bremse hört auf den Namen „Kalkulationsverordnung“. Dank ihr können jene, die wechseln wollen, ihre in der alten PKV angesammelten Altersrückstellungen nur zum Teil mitnehmen. Berechnungsgrundlage ist der neue Basistarif. Damit bleiben von den Rückstellungen maximal 30 bis 60 Prozent über, was sich vielleicht nicht sofort, dafür aber im Laufe der Jahre als Nachteil herausstellt.
Bremsklotz Nummer zwei ist der Basistarif als Zwischenlager auf dem Weg in den eigentlich gewünschten Tarif. 18 Monate müssen Wechsler im Basistarif ausharren, ehe sie die Vorzüge der PKV wieder nutzen können. Ohne diese Vorgaben „von oben“ hätte ein echter (Preis)Kampf um Kunden entbrennen können – insbesondere um junge und gesunde Versicherte. So ist es einfach nur eine Option, die kaum einer will.
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