PKV: Pro und Contra Selbstbehalt
Mitglieder der privaten Krankenversicherung erfreuen sich zahlreicher Gestaltungsmöglichkeiten ihres Versicherungsschutzes, die es im gesetzlichen Pendant nicht gibt: Die Erstattung bestimmter Therapieverfahren kann ebenso mit der Assekuranz vereinbart werden wie ein bestimmter Selbstbehalt. Gerade letztere Variante erfreut sich wachsender Popularität unter deutschen Versicherten: Wer sich bereiterklärt, Arztrechnungen und Medikamente bis zu einem bestimmten jährlichen Betrag aus eigener Tasche zu bezahlen und nicht an die Versicherung zur Übernahme weiterzuleiten, kann erhebliche Beitragsreduktionen erzielen und so die laufenden Kosten senken.
Experten aber warnen vor einer zu kritischen Haltung gegenüber dem Selbstbehalt und geben zu bedenken, dass Versicherte, die regelmäßig medizinische Leistungen in Anspruch nehmen, die Eigenbeteiligung zu den Versicherungsprämien hinzuaddieren müssen. In den meisten Fällen beläuft sich der Selbstbehalt auf Summen zwischen 500 und 1500 Euro im Jahr. Schon Behandlungen geringen Ausmaßes können Kosten in derlei Höhe verursachen, so dass zu den reduzierten Beiträgen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit signifikante zusätzliche Belastungen hinzukommen.
Befürworter der Tarifvariante argumentieren hingegen, dass Versicherte, die nur selten ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen, von der Beitragsreduktion deutlich profitieren. Die Krankenversicherung erhält durch den Selbstbehalt einen stärker auf die Absicherung von existenziellen Risiken ausgerichteten Charakter und versteht sich weniger als Rundum-Versorgung. Fachleute führen darüber hinaus an, dass der Großteil der Privatversicherten über ein ausreichendes Einkommen verfügt, das die Zahlung auch unerwarteter Rechnungen erlaubt.
Aus Sicht der Anbieter lohnen Tarife mit Selbstbehalt in jedem Fall: Die Gesamtkosten eines Tarifs sinken meist deutlich, wenn die Versicherten einen größeren Anteil der von ihnen in Anspruch genommenen Leistungen aus eigener Tasche bezahlen müssen. Die Kostenreduktion übersteigt dabei regelmäßig den Beitragsnachlass. Dieser Umstand ist für Versicherte vorteilhaft: Sinkende Kosten der Assekuranz gewährleisten Beitragsstabilität.
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