Policen für Freizeitkapitäne
Für das Auto muss sie abgeschlossen werden. Bei Booten, Yachten und Seglern ist die Haftpflichtversicherung hingegen eine rein freiwillige Maßnahme – zumindest in Deutschland. Man könnte rein theoretisch also auf den Versicherungsschutz verzichten, würde damit allerdings Gefahr laufen, bei einem Schaden das Konto plündern zu müssen. Denn Kratzer am Rumpf einer anderen Yacht, eine Kollision auf dem Wasser oder Umweltschäden, nachdem das eigene Boot untergegangen ist, gehen gewaltig ins Geld. Jürgen Feyerabend vom Deutschen Seglerverband sagt deshalb ganz klar: „Die wichtigste Versicherung ist die Bootshaftpflicht“.
In den Niederlanden, Belgien, Italien, Spanien und Kroatien – um einige Beispiele zu nennen – gehört die Police zum Pflichtprogramm für alle Bootsführer. Ohne die blaue Versicherungskarte geht dort gar nichts. Auch auf deutschen Gewässern ist es besser, gut versichert unterwegs zu sein. Niemand könne technische Pannen ausschließen, so Feyerabend. Die häufigsten Schadensursachen seien Kollisionen, häufig in der Form, dass der Grund berührt werde, weiß der Hamburger Yachtversicherer Pantaenius aus langjähriger Erfahrung. Das macht die Bootshaftpflicht zu einer durchaus sinnvollen Investition. Zumal die Versicherung relativ preiswert sei, erklärt der Fachmann vom Seglerverband.
Wenn das Boot weder mit Motor noch mit Segeln angetrieben wird, gilt es in der Regel als Sportgerät. In dem Fall ist es häufig sogar über die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Ob dem so ist, lässt sich mit einer einfachen Nachfrage beim Versicherer klären. Wenn nicht: Eine Bootshaftpflicht kann direkt online geordert werden und gilt für ein Jahr. Sollte man während einer Tour die Grenzen der Bundesrepublik überschreiten wollen, raten die Experten, sich vorher über die Bestimmungen des jeweiligen Landes zu erkundigen.
Sinn macht auch eine Kaskoversicherung für das Boot. Gefahr droht vor allem während der Fahrt ins und im Winterlager selbst. Brennt die Halle ab – es sei niemandem gegönnt – ist oft die Kaskoversicherung zuständig, weil die Schuldfrage meistens ungeklärt bleibt. Auch bei Unwetter oder Vandalismus greift der Schutz einer Bootskaskoversicherung. Bei Chartertouren bietet sich als weitere Police eine Skipper-Haftpflicht an. Auch eine Reiserücktrittskostenversicherung ist für diese Zwecke empfehlenswert. Fällt der Skipper aus und gibt es keinen Ersatz, muss die Chartergebühr trotzdem bezahlt werden.
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