Prävention im Bereich des Alkoholmissbrauch – Die PKV setzt die Segel
Die Jugend von heute trinkt. Und das nicht gerade wenig. Zumindest ist das Volkes Meinung - es wird immer nur noch schlimmer. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass endlich gesehen wird, was schon seit vielen Jahren in unserem Lande passiert, dass Jugendliche sich bis ins Koma saufen, nur hat man es früher eben nicht gesehen – oder nicht sehen wollen. Nun aber haben die Medien ihren Blick darauf geworfen, und so oft sie auch gescholten werden für ihre Berichterstattung, sie zwingen die Politik zu reagieren. Wirklich viel ist noch nicht passiert, nur ortsbezogen sind Maßnahmen ergriffen worden, weder in den einzelnen Bundesländern oder gar auf Bundesebene ist bis dato etwas passiert.
Die wirklichen Reaktionen und das Eingreifen der Politiker lassen noch auf sich warten. Anders hingegen sieht es nun bei den privaten Krankenkassen aus. Diese wollen nun ihre eigenen Maßnahmen ergreifen, und zwar im Bereich der Prävention, der Vorsorge. So ist vorgesehen, 14 Millionen Euro in diesen wichtigen Bereich der Gesundheitsversorgung zu „investieren“, damit es nicht noch schlimmer wird. Schon im ersten Jahr sollen die ersten 10 Millionen Euro dazu fließen. Die privaten Krankenversicherer machen das Erbringen dieser Mittel jedoch davon abhängig, ob es nicht doch noch zu einem Präventionsgesetz kommen wird. Hierzu sind bis jetzt jedoch die Verhandlungen und Beratungen des Gesundheitsministeriums gescheitert.
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Die Prävention im Bereich Sucht war zwar immer vorhanden in den letzten Jahren, aber sie war dennoch auch immer eine Art Stiefkind, seitens der Bundesregierung und seitens der Krankenkassen – gesetzlich wie privat. Dass nun endlich eine so massive Stellungnahme und auch Maßnahme im Bereich der Suchtprävention angekündigt wurde, ist ein großer Fortschritt in einer Gesellschaft, in der ganz verschiedene Süchte seit Jahrzehnten bereits salonfähig sind. Nur schaut die Allgemeinheit gerne weg oder nutzt unterschiedliche Süchte gerne für ihre eigenen Zwecke. Und schließlich verdient gerade beim Alkohol Vater Staat durch die Besteuerung ganz ganz kräftig mit. Manchmal stelle ich mir hier die Frage, ob genau aus diesem Grund nicht wirklich Maßnahmen ergriffen werden. Mit dem Spritpreis oder den hohen Energiepreisen sieht es doch im Moment nicht viel anders aus. Solange das Finanzministerium aus irgendwelchen Dingen seinen materiellen Nutzen ziehen kann, so lange passiert auch auf anderer Ebene der Politik nichts. Ein fatales Handeln, dass einen breit gestreuten Alkoholismus in unserer Gesellschaft zulässt. Die Folgen werden dabei von Seiten der Politik nicht bedacht, nun aber von den privaten Krankenkassen, den PKV, die mit der Millionensumme von 14 Millionen Euro in die Prävention ein Signal setzen wollen. Die aus Alkoholerkrankungen entstehenden Folgeerkrankungen, Folgeschäden und Entziehungskuren kosten weitaus mehr als diese dazu im Vergleich doch recht kleine Summe. Vielleicht wird dieser Schritt der PKV endlich auch auf die Politiker ein, Hoffnung habe zumindest ich hier jedoch keine große. Denn wieso etwas bekämpfen, was mir eine Menge Geld bringt?
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