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Dienstag, Februar 03, 2009

Private Krankenversicherung bis zum Sommer wechseln

Seit Anfang des Jahres müssen sich alle Bundesbürger krankenversichern. Sofern kein gesetzlicher Krankenversicherungsschutz besteht, aber eine private Absicherung von Nöten ist, besteht daher dringend Handlungsbedarf. Denn schließt der Kunde ab Februar den neuen Basistarif bei einer privaten Krankenversicherung ab, so muss er- unabhängig von der Gesellschaft- jeden Monat, den er in diesem Jahr noch nicht versichert war, entsprechend der Regelung nachzahlen.

Ohne einen Zuschlag war dieser Tarif nur noch bis Ende Januar zu erhalten. Das kann nun teuer werden. Für die ersten Monate gilt, dass jeweils ein voller Monatsbeitrag in Höhe von knapp 500 Euro bezahlt werden muss. Nach einem halben Jahr wird dann ein Sechstel für jeden nicht versicherten Monat berechnet.

Durch die ab 2009 geltende allgemeine Versicherungspflicht für alle Personen soll verhindert werden, dass es Menschen gibt, die ganz ohne Krankenversicherungsschutz leben. Es existiert zwar diesbezüglich noch keine Kontrollmöglichkeit, aber spätestens wenn ein Nichtversicherter behandelt werden muss, weil er zum Beispiel schwer erkrankt ist, wird dieser Mangel entdeckt.

Der neue Basistarif der privaten Krankenversicherer ist aber nicht nur für die Nichtversicherten interessant. Viele der aktuell privat Krankenversicherten (8,5 Millionen) fragen derzeit bei den Verbraucherzentralen, den Gesellschaften und beim Bund der Versicherten (BdV) an. Der Grund des Interesses ist überwiegend der hohe Beitrag der aktuellen Krankenversicherungspolice. Gerade Rentner haben seit Anfang des Jahres wesentlich höhere Beiträge zu ertragen. Die Prämien werden sich auch weiterhin erhöhen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen erhöhen sich die Kosten der Leistungen in den medizinischen Bereichen stetig. Auch werden die Strebetafeln* immer wieder angepasst. Sind in einem Tarif beispielsweise nur noch ältere Versicherungsnehmer, die tatsächlich auch mehr Krankheitskosten verursachen, so kann sich der monatliche Beitrag der Krankenversicherung drastisch erhöhen.

Bei älteren Versicherungsnehmern können sich die monatlichen Beiträge durchaus auf 800 Euro belaufen. Bei einem Wechsel in den brancheneinheitlichen Basistarif kann es möglich sein, dass bis zu 200 bis 300 Euro gespart werden können.

Ein Wechsel sollte aber nicht „Hals über Kopf“ geschehen. Das Preisleistungsverhältnis sollte gut überdacht werden. Grundsätzlich ist der Wechsel in den neuen Basistarif bis Ende Juni 2009 möglich.
Der Basistarif steht allen neu PKV- Versicherten und freiwillig GKV- Versicherten für die Dauer von sechs Monaten zu. Offen ist der Tarif auch für Personen ohne Versicherungsschutz, die früher PKV- versichert waren oder der PKV zuzuordnen sind. Ebenso besteht ein Abschlusszwang. Das heißt: Berechtigte Bürger, die sich im Basistarif versichern wollen, dürfen von dem einzelnen Versicherungsunternehmen nicht abgewiesen werden. Auch die Erhebung von Zuschlägen bei einem erhöhten gesundheitlichen Risikos, ist bei diesem Tarif untersagt.

Der Leistungsumfang des Basistarifs orientiert sich am Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Prämie darf den jeweiligen GKV- Höchstbeitrag nicht überschreiten (ungefähr 500 Euro). Ist ein Bürger nicht in der Lage die Beiträge zu bezahlen, weil er finanziell hilfebedürftig ist, so wird der Beitrag halbiert. Ist der halbierte Beitrag immer noch nicht bezahlbar, so kann der Versicherte Zuschüsse vom Träger der Grundsicherung erhalten.

Posted by Saskia on 02/03 at 11:05 PM
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