Produktinformationen zur Altersvorsorge müssen verständlicher werden
Private Altersvorsorge gilt inzwischen als unumgänglich. Die Bereitschaft, für den Ruhestand zu sparen, erhält allerdings einen empfindlichen Dämpfer, wenn Interessenten sich heillos im Dickicht aus Sparverträgen und Fondspolicen verheddern. Um den Pfad zum passenden Vertrag gangbarer zu machen, arbeitet die Bundesregierung an einem Produktinformationsblatt. Der erste Entwurf liegt bereits vor, könnte aber deutlich besser sein. Das sagt nicht nur der Bund der Versicherten (BdV), sondern auch das Institut für Transparenz in der Altersvorsorge (ITA).
Auf neun Seiten pflücken die Experten des ITA das Produktinformationsblatt auseinander und nennen Verbesserungsmöglichkeiten. Nichtsdestotrotz zeigt sich ITA-Geschäftsführer Dr. Mark Ortmann durchaus zufrieden mit der bislang geleisteten Arbeit: „Das geplante Produktinformationsblatt ist ein Quantensprung auf dem Weg zur transparenten Altersvorsorge.“ Er gibt dem aktuellen Vorschlag eine „3+“ und spricht von einem revolutionären Entwurf, der sich durch Einheitlichkeit, Verbindlichkeit, Neutralität, Prägnanz und die Kürze – zwei Seiten – auszeichne. „Nach Einführung des neuen Produktinformationsblatts werden es Anbieter deutlich schwerer haben, Kosten zu verstecken“, so Dr. Ortmann.
Doch gerade was die Darstellung der Kosten und Risiken betrifft, sieht das Institut für Transparenz in der Altersvorsorge den größten Änderungsbedarf. Die Effektivkosten müssten in Prozent und nicht in Euro angegeben werden, weil der Prozentsatz auch bei unterschiedlich hohen Erträgen weitgehend gleich bleibe, wohingegen die Euro-Beträge dramatisch schwankten. Bei einem Ertrag von zwei Prozent lägen die Kosten bei 1,99 Prozent respektive 12.653 Euro. Bei acht Prozent seien es 2,12 Prozent bzw. 45.682 Euro. Ziel müsse sein, dass der Kunde die Kostenbelastung richtig einschätzen kann. Dazu bedürfe es zusätzlich einer einfacheren Sprache und einer besseren grafischen Darstellung der Risikoklasse und Rendite-Erwartung. Die dazu nötigen Standards müssten von unabhängiger Seite, „einem Tiger mit Zähnen“, gesetzt und überwacht werden. Nur so sei Transparenz möglich.
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