Referenzzinsen: Was Bauherren wissen müssen
Viele Immobilienfinanzierungen sind nicht mit einer Zinsbindung versehen. Der Darlehenszins orientiert sich in diesen Fällen an einem Referenzzinsatz und wird in regelmäßigen Abständen an dessen Entwicklung angepasst. Der Verzicht auf eine Zinsfestschreibung ist mit zwei Vorteilen für Kreditnehmer verbunden: Zum einen wird das Darlehen insgesamt günstiger, weil die Versicherung gegen steigende Zinsen nicht bezahlt werden muss, zum anderen besteht die Chance, dass im Zeitverlauf der Marktzins sinkt und sich die Konditionen aus Sicht der Bauherren verbessern. Im Gegenzug besteht freilich das Risiko steigender Zinsen und damit höheren Finanzierungslasten.
Um die Eigenschaften eines Referenzzinssatzes einschätzen zu können, sollten Verbraucher dessen Beschaffenheit sowie die maßgeblichen Einflussgrößen, die zu Änderungen des Zinsniveaus führen, kennen. Den meisten in Deutschland ausgereichten Hypothekenfinanzierungen mit variabler Verzinsung liegt ein EURIBOR-Zins zugrunde. Das Kürzel steht für „European Interbank Offered Rate“ und versteht sich als gewichteter Durchschnittszins aus den Briefsätzen von rund 40 großen Banken, die diese anderen Instituten im Rahmen von Geldmarkttransaktionen anbieten. Der EURIBOR wird für Zeiträume zwischen einem und zwölf Monaten berechnet. In normalen wirtschaftlichen Zeiten sind längere Zeiträume mit höheren Zinssätzen verbunden, während in durch Unsicherheit geprägten Phasen auch eine inverse Zinsstruktur beobachtet werden kann.
Darlehensnehmer sollten ihre Finanzierung an den 12-Monats- oder den 6-Monats-Euribor koppeln. Sehr kurzfristige Referenzzinsen sind weniger für langfristige Finanzierungen geeignet, da sie aufgrund von Turbulenzen am Kapitalmarkt stärkeren Schwankungen unterliegen können, die im schlimmsten Fall zu einer drastischen Verteuerung eines Darlehens führen können. Wesentliche Einflussgröße auf den EURIBOR hat die Europäische Zentralbank, deren Aktivitäten Kreditnehmer stets beobachten sollten.
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