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Sonntag, August 31, 2008

Resistenz gegen HIV – Kanadische Wissenschaftler haben besondere Vaginalproteine gefunden

Forscher der Universität in Winnipeg haben herausgefunden, dass es Proteine gibt, die, wenn sie in der Vaginalflüssigkeit auftreten, zu einer Resistenz gegen eine HIV-Infektion führen können. Die kanadischen Wissenschaftler um Adam Burgner haben ihre Studienergebnisse nun im Fachmagazin «Journal of Proteome Research» veröffentlicht. Für die Studie wurden 2.000 Prostituierte in Kenia untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass mehr als 140 der Frauen gegen eine Infektion mit HIV resistent zu sein schienen. Da die Übertragung der HI-Viren durch die Schleimhaut des Vaginaltraktes stattfindet, musste es dort eine Lösung geben, vermuteten die Wissenschaftler aus Winnipeg. So fanden die Forscher schließlich heraus, dass das Vaginalsekret der HIV-resistenten Frauen die achtmal erhöhte Menge von bestimmten Proteinen enthielt – genau jener Proteine, die zur Abwehr des Immunsystems und für die Regulierung von Entzündungsreaktionen im Körper dienen sollen. Bei bereits infizierten oder gefährdeten Frauen lag diese Menge im „normalen“ Bereich.

Durch die Studie der Kanadier könnte es zu völlig neuen Ansätzen kommen. Sowohl die Behandlung als auch die Prävention von HIV-Infektionen könnte sich dadurch maßgeblich verändern. Sollte die jetzt entdeckte Abwehr durch die erhöhte Proteinansammlung auch in einem größeren Zusammenhang nachgewiesen werden, bei mehr Stichproben, könnte auf Grundlage der entsprechenden Vaginalproteine möglicherweise ein Mittel zur Bekämpfung von HI-Viren entwickeln werden. Noch ist AIDS – die Immunschwäche, die durch eine Infektion mit HIV meist entsteht – nicht heilbar. In der Latenzphase, die noch frei von Symptomen ist, können jedoch antivirale Medikamente eingesetzt werden, welche den Verlauf der Erkrankung nach hinten verlagern und die Lebenserwartung steigern können. Die Entdeckung der Wissenschaftler um Alan Burgener könnte nun zu ganz neuen Wegen der antiviralen Behandlung führen.

Eine Vorabveröffentlichung der Studie der Wissenschaftler aus Kanada gibt es übrigens bereits online unter der Kennziffer DOI: 10.1021/pr800406r.

Nach den Achtzigerjahren, in denen immer mehr AIDS-Erkrankungen auftraten, und den Neunzigern, in denen die Bevölkerung vermehrt für dieses Thema sensibilisiert war, ist es immer mehr in den Hintergrund getreten. Nicht weniger Menschen als früher infizieren sich – ganz im Gegenteil. Mehr denn je Infektionen mit HIV treten weltweit auf. In vielen Ländern, gerade in Afrika, gibt es so viele Erkrankungen mit AIDS, dass die Menschen zum Teil wie die Fliegen wegsterben .Aber auch in Europa und in Deutschland ist die Gefahr längst unterbewertet, sich mit dem HI-Virus zu infizieren. Leider ist es dem Bundesgesundheitsministerium immer noch nicht möglich geworden, die Kosten für HIV-Tests von den Kassen übernehmen zu lassen. Wenn die Tests dann nicht anonym bei einem der Gesundheitsämter unseres Landes gemacht werden, kostet es Geld, sich auf eine Bildung von Antikörper untersuchen zu lassen. Es ist längst überfällig, dass das Gesundheitsministerium endlich seine Arbeit in diesem Bereich tut. Leider wurde in den letzten Jahren sehr viel Geld im Bereich der AIDS-Prävention gestrichen, was zur fatalen Folge hat, dass gerade Jugendliche und junge Erwachsene kaum mehr etwas über dieses lebensgefährliche Thema wissen.

AIDS ist nicht Vergangenheit, auch wenn viele das meinen. Es ist im Jetzt und wird auch in Zukunft sein, und die Zukunft vieler Menschen zerstören. Deshalb ist es wichtig, vor dem Geschlechtsverkehr über einen Schutz zu sprechen und sich auch in regelmäßigen Abständen testen zu lassen. Dies auch dann, wenn man in einer monogamen Beziehung lebt, da es nie eine hundertprozentige Sicherheit gibt, dass der Partner oder die Partnerin ebenso monogam lebt wie man selbst. AIDS ist Realität, dies haben die Wissenschaftler um Alan Burgener jetzt wieder gezeigt mit ihrer Studie, die sie in Kenia durchgeführt und im kanadischen Winnipeg dann ausgewertet haben.

Weitere Informationen zum Thema HIV-Infektionen und AIDS sind erhältlich im Internet unter www.gib-aids-keine-chance.de, der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, und auf dem Onlineportal der Aidshilfe Deutschland, www.aidshilfe.de. Auf beiden Internetseiten gibt es auch die Möglichkeit, anonym Fragen zu stellen. Außerdem hilft gerne der Hausarzt weiter oder ein anderer Arzt des persönlichen Vertrauens. Gerade wenn man die Befürchtung hat, sich beim Geschlechtsverkehr angesteckt zu haben, sollte nach drei bis vier Monaten ein HIV-Test durchgeführt werden. Nach drei Monaten etwa haben sich im Blut die Antikörper gegen HIV gebildet und es kann mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gesagt werden, ob man sich infiziert hat. Sollte der Test dann positiv ausfallen, sprich, es sind Antikörper vorhanden, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um mit der Einnahme von antiviralen Medikamenten zu beginnen. Je früher ein Infizierter damit beginnt, desto länger wird er auch leben, so lautet meist die – wenn auch grausame – Formel.

„Gib AIDS keine Chance“ ist bereits seit vielen Jahren das Motto der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Bezug auf HIV-Infektionen und es ist auch das Motto, mit dem jeder sexuell praktizierende Mensch leben und sich dessen auch bewusst sein sollte. Alles andere ist auf die Dauer russisches Roulette und kann nur zu schnell im Tod enden, anstatt den Spaß und die Freude an gelebter Sexualität weiter genießen zu können. Deshalb ist das Eine wichtig und kann niemals oft genug gesagt werden: „Gib AIDS keine Chance“!

Posted by Christel on 08/31 at 02:24 PM
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