Restschuldversicherungen verteuern Kredite
Mit einer Restschuldversicherung können Sie sich dagegen versichern, dass Sie oder Ihre Angehörigen durch Tod, Krankheit oder Arbeitslosigkeit in eine finanzielle Notlage geraten, weil ein laufender Kredit nicht mehr bezahlt werden kann. Viele Banken verlangen den Abschluss einer Restschuldversicherung als zusätzlichen Sicherheit. Die bessere Sicherheit wird aber durch eine erhebliche Verteuerung des Kredits erkauft.
In einem großen BILD-Artikel zum Thema Ratenkredite hat das Boulevardblatt in gewohnt schlagfertiger Manier auf die Frage “Muss ich meinen Kredit mit einer Restschuld-Versicherung absichern?” mit einem lautstarken “Auf gar keinen Fall! Das verteuert den Kredit maßlos.” geantwortet. Die Begründung war, dass das Ausfallrisiko die Bank tragen muss - und das sie sich dieses Risiko über die Zinsen vom Kreditnehmer bezahlen lässt. Die BILD ging sogar noch weiter und meinte, dass man sich auf weitere Sicherheiten grundsätzlich nicht einlassen soll.
Restschuldversicherungen sind auch oft der Grund dafür, dass sich Kredite im Verlaufe einer Kreditberatung immer mehr verteuern können. Aus einem optisch günstigen Zinssatz, der in einer Anzeige oder im Internet groß beworben wurde, wird dann sehr schnell ein erheblich verteuerter Effektivzinssatz - weil eine verpflichtende Restschuldversicherung die Kosten - und damit die Effektivverzinsung - rasant in die Höhe treibt.
Eine obligatorische Restschuldversicherung muss in den ausgewiesenen Effektivzinssatz mit eingerechnet werden. Nur so ist eine Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Kredit-Angebote überhaupt möglich. Aber angesichts der Vielzahl der Angebote sollte man vielleicht doch lieber auf das Angebot einer Bank ausweichen, die auf eine verpflichtende Restschuldversicherung verzichtet. Ihr Geldbeutel wird sich freuen.
