Riester-Rente in der Kritik
Die staatlich geförderte Riester-Rente gerät zunehmend in die Kritik, und das nicht zum ersten Mal. Nachdem die Fraktion der Linkspartei kürzlich die Kosten für die Fördermaßnahmen in Frage stellte, monieren Verbraucherverbände jetzt Gebühren, schlechte Beratung und mangelnde Information der Kunden. Unterstützung erhalten sie dabei vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Berlin.
Für Kornelia Hagen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIW, handelt es sich beim Hinweis der Regierung auf bislang 13 Millionen Riester-Verträge um eine „Erfolgsmeldung ohne Fundament“. Nach zehn Jahren sei es an der Zeit, den Markt zu bewerten und die Riester-Rente einer systematischen Überprüfung zu unterziehen. Laut Schätzung des DIW nutzen bis dato nur knapp 37 Prozent der Anspruchsberechtigten die Möglichkeit, mit staatlichen Zuschüssen für das Alter zu sparen. Die eigentliche Zielgruppe, Bezieher von kleinen und mittleren Einkommen, würde dabei viel zu selten erreicht.
Als weiteres, nicht minder gravierendes Problem sieht das DIW die Kosten und Konditionen bei Riester-Policen. Sie seien gegenwärtig kaum zu überprüfen. „Dafür, dass es um ein Produkt geht, das von der Politik als eine tragende Säule der Altersvorsorge mit zunehmendem Gewicht eingeführt wurde, muss die Datenlage als eklatant unzureichend bezeichnet werden“, so Kornelia Hagen. Sie versteht allerdings auch nicht, weshalb die Verbraucherzentralen es bislang versäumt haben, ein eigenes, flächendeckendes Monitoring zu installieren. Schließlich beklagten sie schon längere Zeit die Missstände bei der Riester-Rente.
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