Riester-Renten auf Fondsbasis weiterhin sehr gefragt
Stellt man sich die private Altersvorsorge als Supermarktregal vor, gilt wie bei Müsli, Marmelade und Schokoriegeln: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Auf Augenhöhe und damit immer im Blick, gehört die Riester-Rente seit einigen Jahren zu den Lieblingsprodukten der Verbraucher. Sauber unterteilt unter anderem in Banksparpläne, Rentenversicherung und fondsgebundene Vorsorge, bietet sie für jeden Geschmack etwas – von risikobereit bis absolut auf Sicherheit bedacht. Sehr zur Freude des Bundesverbandes Investment und Asset Management e.V. (BVI) greifen die Kunden immer öfter zu den Riester-Varianten, die den Ruhestand mit Investmentfonds versüßen sollen.
Diese Entwicklung ist für den BVI insofern erfreulich, da der fondsgebundenen Riester-Rente immer wieder vorgeworfen wird, sie sei zu teuer und biete unter dem Strich zu wenig. Davon scheinen sich die Interessenten für eine private Altersvorsorge offenbar nicht abschrecken zu lassen. Im Gegenteil: Die Branche verbucht ein deutliches Wachstum und präsentiert nicht ohne Stolz die Zahlen für die zurückliegenden zwölf Monate. 400.000 Riester-Verträge, die auf Investmentfonds basieren, wurden im vergangenen Ein-Jahreszeitraum unterschrieben. Unter dem Strich verwaltet der Bundesverband Investment und Asset Management nunmehr 2,4 Millionen staatlich geförderte Fondssparpläne nach Riester.
Der Marktanteil der Investmentbranche im Bereich Riester-Renten stieg damit innerhalb von vier Jahren von schlappen 7,5 auf mittlerweile ansehnliche 20 Prozent. An diesem Zuwachs hat auch die Finanzkrise wenig ändern können. Die Hoffnung auf eine vernünftige Rendite überwiegt nach wie vor. Ein Geheimnis machen die Gesellschaften nicht aus ihren Rezepten. Sie setzen auf renditestarke Aktienfonds und kombinieren sie mit wertstabilen Papieren wie Renten- und offenen Immobilienfonds. Als Faustregel nennt der BVI: „Je jünger der Anleger, desto höher der Aktienanteil“.
In den Anfangsjahren der Riester-Rente konnte man mit diesen Argumenten nicht punkten: Ende März 2002 waren es gerade einmal 2.501 Verträge. Wenige Monate später, am 30. Juni 2002, zählte die Branche dann schon 49.934 Investmentfondsverträge. Die Millionengrenze wurde erst zwischen September und Dezember 2006 geknackt. Im März 2008 waren es dann schon über zwei Millionen Kunden, die bei der privaten Altersvorsorge auf die Chancen der Aktienmärkte setzten. Seither steigt die Zahl zwar nicht rasant, dafür aber konstant.
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