Riester- und Rürup-Rente: Kritik am Produktinformationsblatt
Ziel des neuen Produktinformationsblattes für Riester- und Rürup-Renten (wir berichteten) ist mehr Transparenz zu den Kosten und dem Nutzen der Verträge. Ziel verfehlt, sagt nun der Bund der Versicherten (BdV). Die Verbraucherschützer halten die Daten, die den Kunden präsentiert werden, für Augenwischerei. Axel Kleinlein vom Vorstand des BdV bringt es auf den Punkt. Seiner Ansicht nach „öffnen die vorgeschlagenen Vergleichszahlen der Irreführung Tür und Tor“.
Die Kostenquote ließe sich von den Versicherungsunternehmen durch Tricksen mit den Vertragslaufzeiten so manipulieren, dass selbst die teuersten Angebote im strahlenden Licht erscheinen. Hinzu komme, dass zentrale Kennwerte wie die Effektivkosten und die Rendite-Erwartung von den Sparern nicht nachvollzogen werden können. Denn für die Risiko-Rendite-Profile der Verträge seien komplexe Berechnungen durch Rating-Agenturen nötig. Weil diese Daten nur schwer nachprüfbar seien, könne man nicht von Transparenz sprechen.
Dazu nennt der Bund der Versicherten ein Beispiel: Wird bei einem Rentenbeginn mit 65 Jahren eine Effektivkostenquote von 2,1 Prozent ausgewiesen, läge der Wert bei einem Rentenbeginn mit 70 und ausgehend von der identischen Kalkulation rein rechnerisch bei 1,8 Prozent. „Bittere Folge: Das Produkt erscheint kostengünstiger, obwohl die Abschlusskosten bei gleichen Verwaltungskosten dann sogar höher sind“, mahnt Axel Kleinlein. Unter dem Strich stünden bei einem 67-Jährigen 54.569 Euro für die Rentenzahlungen zur Verfügung, bei einem 70-Jährigen aber nur 53.732 Euro. Für Verbraucher sei das nicht erkennbar. Deshalb fordert der BdV einfache und verständliche Angaben, etwa das Alter, das erreicht werden muss, um den Betrag herauszubekommen, der eingezahlt wurde.
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