Risiken der Kombination von Annuitätendarlehen und Bauspardarlehen
In meinem vorangegangenen Beitrag habe ich Baufinanzierungskonzepte kritisiert, die auf mehrere Finanzierungslösungen bzw. auf mehrere Finanzprodukte gleichzeitig setzen. Hintergrund ist die erschwerte Möglichkeit der Umschuldung: Oftmals sind die einzelnen Lösungen wie Annuitätendarlehen und Bauspardarlehen hinsichtlich der Laufzeit nicht sehr gut aufeinander abgestimmt – was von den Banken oftmals gewollt ist, um somit eine Abwanderung des Kunden zu verhindern.
Nun haben mich mehrere Personen angesprochen und wollten mir weiß machen, dass entsprechende Finanzierungskonzepte auch ihre guten Seiten haben. Allerdings hört sich dies für mich vielmehr nach einer Rechtfertigung an, weil sie sich selbst für eine derartige Finanzierungsvariante entschieden haben. Außerdem kommt es immer ganz auf den Einzelfall an: Natürlich können entsprechende Finanzierungskonzepte auch ihre Vorteile mit sich bringen.
Es ist auch immer zu unterscheiden, ob man ein Annuitätendarlehen sowie zugleich ein Bauspardarlehen tilgt, oder ob man ausschließlich ein Annuitätendarlehen tilgt und parallel einen Bausparvertrag bespart – allein dies macht einen großen Unterschied. Die zweite Variante ist etwas völlig anderes: Hier wird der Bausparvertrag gezielt bespart, damit dieser bzw. das daraus resultierende Bauspardarlehen das Annuitätendarlehen am Ende von dessen Laufzeit ablösen kann. In solch einem Fall kann man als Darlehensnehmer durchaus profitieren, beispielsweise weil sich das spätere Bauspardarlehen durch einen niedrigen Zinssatz auszeichnet und somit die Finanzierungskosten verringert. Außerdem gelten Bauspardarlehen als äußerst flexibel, beispielsweise weil sie hohe Sondertilgungen erlauben.
Bei der ersten Variante kann man als Darlehensnehmer hingegen nur bedingt profitieren. Gerade wenn sich beide Darlehen auf vergleichsweise hohe Beträge belaufen und die Zinsbindungen weit auseinander liegen, so ist man mit solch einem Konstrukt schlichtweg an seine Bank gebunden.
