Rürup nach wie vor im Schatten von Riester
Während die „große Schwester“ Riester von vielen Millionen Bürgern angehimmelt wird, hat der „kleine Bruder“ Rürup von Anfang an das Nachsehen. So richtig interessiert sich kaum jemand für die Basisrente als Möglichkeit der privaten Altersvorsorge. Daran ändert auch nichts, dass die Riester-Rente derzeit heftig unter Beschuss steht und nach Meinung von Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm die Altersarmut vorantreibt und in spätestens 20 Jahren für ein böses Erwachen sorgen wird.
Derlei Probleme kennt die Rürup-Rente nicht, alldieweil sie weit weniger bekannt ist und sich in erster Linie an nur einen recht kleinen Kundenkreis wendet, den der Selbständigen und Freiberufler. Haben sich schon fast zehn Millionen Menschen für die Variante Riester entschieden, zeigte sich man im vergangenen Jahr schon mehr als zufrieden, dass innerhalb der ersten drei Quartale über 190.000 Rürup-Verträge unterzeichnet wurden. Einen echten Boom wird die Basisrente als Steuerspar- und Vorsorgemodell allerdings wohl nicht erleben.
Das mag daran liegen, dass die Idee zwar einfach, dafür aber auch sehr starr gehalten ist. Die Beiträge können bis zu einer fest vorgeschriebenen Höhe, die 2025 die volle 20.000 Euro erreicht, als Sonderausgabenabzug auf der Steuererklärung vermerkt werden. Neben monatlichen Beiträgen ist pro Jahr auch eine Einmalzahlung möglich, die meist im Dezember erfolgt, wenn man den besten Überblick über die eigenen Finanzen hat. An das Geld kommt man erst, wenn man das 60. Lebensjahr erreicht hat. Bis dahin ist das Kapital Hartz-IV-sicher. Wechseln darf man auch, zumindest den Anbieter. Damit sind allerdings meist Verluste verbunden. Sehr viel Bewegungsfreiheit hat man also nicht.
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