Rürup-Rente dämmert vor sich hin
Die Riester-Rente ist ein echtes Erfolgsmodell: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hofft, noch in diesem Jahr 13 Millionen Verträge vermelden zu können. Die Rürup-Rente als staatlich geförderte Altersvorsorge für Selbständige dämmert hingegen vor sich hin. Bislang konnte noch nicht einmal die Millionen-Grenze überschritten werden. Wann es soweit sein wird, dazu äußert sich wohlweislich niemand. Denn sonderlich begehrt ist die Basisrente nicht. Aus Sicht der Verbraucher überwiegen die Nachteile. Daran kann auch die Option, Steuern zu sparen, nur wenig ändern.
Die Rürup-Rente gilt als äußerst starr. Flexibilität kann man ihr nur in einem Punkt zugutehalten: Dass einmal jährlich eine Sonderzahlung möglich ist, um das gesparte Kapital aufzustocken – abgestimmt auf die persönliche finanzielle Situation. Allerdings bietet die private Altersvorsorge nach Rürup weder eine Kapitalgarantie noch kann vor dem 60. Lebensjahr über das Geld verfügt werden. Für Finanzexpertin Stefanie Kühn steht deshalb fest: „Diese rigiden Vorgaben schrecken viele ab“. Wie richtig sie mit dieser Einschätzung liegt, beweisen die Vertriebszahlen der Versicherer seit der Einführung der Basisrente im Jahr 2005.
Geschaffen wurde sie, um auch Selbständigen die Möglichkeit zu geben, staatlich gefördert Vorsorge zu betreiben. Allerdings nicht mit Zuschüssen, sondern ausschließlich mit Steuervorteilen. Für dieses Jahr können 68 Prozent der Einzahlungen geltend gemacht und damit maximal 13.600 Euro als Sonderausgaben bei der Steuererklärung aufgeführt werden. Bis 2025 steigt dieser Betrag auf 20.000 Euro. Die Steuergeschenke haben jedoch einen Haken: Im Alter holt sich der Staat zumindest einen Teil davon zurück, weil die Renteneinnahmen versteuert werden müssen, aktuell zu 58 Prozent, ab 2040 dann komplett.
Arbeitnehmer, die sich für die Basisrente entscheiden, müssen ohnehin genau rechnen. Denn bei ihnen werden die Sonderausgaben für die private Rentenversicherung unter anderem um die Beiträge für die gesetzliche Rente gekürzt. Als problematisch gelten auch Rürup-Renten mit Extras wie einem Hinterbliebenenschutz. Die Idee, Partner oder Partnerin und Kinder damit abzusichern, ist löblich, aber sehr teuer. Laut Finanztest schrumpft die garantierte Rente erheblich. In einem Beispiel werden 25 Jahre lang jeweils 6.000 Euro gespart. Als Rente werden 748 Euro garantiert. Mit Schutz für Hinterbliebene wären es im gewählten Tarif 111 Euro weniger. Deshalb: Eine Basisrente will gut überlegt sein.
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