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Mittwoch, Januar 04, 2012

Ruf der Riester-Rente steht auf dem Spiel

Der Geburtstag ist vorbei. Die Papp-Hüte sind wieder im Schrank und die rosarote Brille in der Schublade. Für die Riester-Rente beginnt jetzt die Zeit, in der sie sich bewähren muss. Zehn Jahre lang gab es immer mal wieder Kritik, die durch Lobhudelei aus den Reihen der Politik und der Assekuranzen überspielt wurde. Inzwischen überwiegen die mahnenden Stimmen - und sie werden immer lauter, zumal ab diesem Jahr die Garantieverzinsung nur noch 1,75 Prozent beträgt. Die Frage, die vielen auf den Nägeln brennt, ist allzu verständlich: Lohnt es sich aktuell überhaupt noch, eine Riester-Rente abzuschließen?

Banken und Versicherungen bejahen diese Frage mit einem breiten Lächeln. 5,9 Milliarden Euro Provisionen und Gebühren hat die private Altersvorsorge nach Riester der Branche bislang eingebracht. Vonseiten eines Finanzdienstleisters kam vor Jahren der Vergleich mit einer Ölquelle, die angebohrt wurde und fleißig sprudelt. Dass Verbraucher mit dem falschen Vertrag meistens auf der Strecke bleiben und Hoffnungen geschürt werden, die sich später als haltlos erweisen, steht auf einem anderen Blatt.

Die Riester-Rente pauschal zu verteufeln, wäre allerdings falsch. Wie überall im Leben gibt es gute und ganz schlechte Angebote. Dazu liegen inzwischen Dutzende Vergleiche vor, unter anderem von der Stiftung Warentest. Doch auch das Analysehaus Morgen & Morgen hat sich mit der privaten Altersvorsorge befasst und die Gebührenstrukturen der Verträge unter die Lupe genommen. Die Daten, die dabei zutage kamen, sind schwere Kost und lassen einige Unternehmen in einem ganz schlechten Licht dastehen.
Deshalb ist es an der Zeit, durchzugreifen. Die Bundesregierung spricht schon lange von einem Produktinformationsblatt, aus dem Kosten und Erträge nachvollziehbar hervorgehen sollen. Die Verbraucherschutzexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Kornelia Hagen, fordert darüber hinaus, den Wechsel von einem schlechten zu einem guten Anbieter zu vereinfachen – ohne hohe Kosten für den Sparer. Eine weitere Maßnahme könnte sein, Riester-Produkte staatlicherseits zu prüfen und eine Positivliste zu erstellen. Viel Arbeit für die Politik. Doch nur so bleibt die Riester-Rente überlebensfähig.

Posted by Andre on 01/04 at 05:41 PM
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