Schmidt will Bundes-AOK
Die allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) sollen sich nach dem Willen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zu einem auf Bundesebene organisierten Verband zusammenschließen und damit die derzeitige Struktur grundlegend verändern. Die Ministerin erhofft sich von einem solchen Schritt Vorteile für die Versicherten: Geringere Verwaltungskosten, eine bessere Verhandlungsposition gegenüber der Pharmaindustrie sowie Krankenhäusern und Ärzten sollen zu einem besseren Preis-Leistungsverhältnis führen.
Kritiker entgegnen der Ministerin, dass eine Zentralisierung der Krankenkassen zu einer Staatsmedizin führe und dass dadurch der notwendige Wettbewerb auf dem Markt für medizinische Dienstleistungen unterbunden werde.
In Deutschland existieren mehrere hundert gesetzliche Krankenkassen, die zumindest auf dem Papier miteinander im Wettbewerb stehen. Patienten können in regelmäßigen Abständen sowie bei einseitig durch den Versicherer vorgenommenen Beitragserhöhungen zu einer anderen Kasse wechseln. Ab dem nächsten Jahr allerdings dürfte sich die Bereitschaft der Bürger zur Inanspruchnahme dieser Möglichkeit, die bislang ohnehin nur geringe Ausmaße annimmt, weiter verschlechtern: Die Einführung des Gesundheitsfonds ist mit der Angleichung der Beiträge aller gesetzlichen Krankenkassen auf zunächst 15,5 Prozent verbunden.
Das Gesundheitswesen unterliegt seit Jahren ständigen Eingriffen durch den Gesetzgeber. Die Vorgehensweise von Ministerin Ulla Schmidt wird dabei von vielen Seiten heftig kritisiert. Insbesondere die Pharmaverbände setzen sich gegen Vorstöße wie dem Wunsch nach der AOK-Fusion zur Wehr und verweisen auf die Nachteile eines zentral gesteuerten Gesundheitssystems. Nach Ansicht der Arzneihersteller führt eine solche Entwicklung zu einer insgesamt schlechteren Gesundheitsversorgung für alle Bürger. Die Kosten der Gesundheitsversorgung stehen unter ständigem Druck durch die demographische Entwicklung, steigende Arzneimittelausgaben und Ärztehonorare.
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