Schüler sollen Assekuranzen in Österreich aus der Vertrauenskrise helfen
So manche Umfrage würden Versicherungen lieber ignorieren: Zum Beispiel die zum Vertrauen der Verbraucher in die Branche und ihre Vertreter. In Österreich haben die jüngsten Erhebungen diesbezüglich katastrophale Ergebnisse für die Assekuranzen ans Tageslicht gebracht. Laut Karmasin-Marktforschung sprechen 69 Prozent der Kunden in der Alpenrepublik von einer Vertrauenskrise und werfen den Agenten und Maklern vor, provisionsgesteuert zu agieren. Vor einem Jahr sah es nicht viel besser aus. 94 Prozent monierten Unehrlichkeit, fehlende Problemlösungsfähigkeit und Unzuverlässigkeit.
Nun könnte man einfach den Kopf in den Sand stecken und so tun als wüsste man nichts. Oder man geht wie die Helvetia Versicherungen AG in die Offensive. Sie hat selbst eine Studie in Auftrag gegeben und die GfK ermitteln lassen, was es genau mit Vertrauen und Sicherheit auf sich hat. „Schönere“ Zahlen sind dabei zwar nicht herausgekommen. Dafür aber die Erkenntnis, dass Vertrauen in der Versicherungsbranche vor allem dann gegeben ist, wenn die Akteure persönlich bekannt sind. Das bestätigen auch ältere Studien, bei denen die Teilnehmer ihre Versicherung und ihren Makler besser benoteten als die Branche an sich. Dementsprechend lautet das Fazit der Helvetia-GfK-Studie: „Produkte können Sicherheit geben. Aber Vertrauen aufbauen – und vor allem auch halten – gelingt nur über Menschen.“.
Dabei kommt es den Kunden nicht darauf an, ob eine Versicherung groß oder bekannt ist, sondern wie vertrauenswürdig sie eingeschätzt wird. Anhand dieser Daten, die bei Weitem noch nicht für eine Strategie gegen den Vertrauensverlust reichen, wird die Helvetia nun weiter forschen – nicht mit Profis, sondern mit Schülern. Das Versicherungsunternehmen hat die Sir-Karl-Popper-Schule in Wien engagiert. Dort werden hochbegabte Schüler unterrichtet. Sie befassen sie sich jetzt mit den Themen Sicherheit und Vertrauen, wobei vor allem der Blickwinkel junger Menschen beleuchtet werden soll. Ein interessanter Ansatz, zumal gleich die Kundschaft von morgen eingebunden wird.
