Schwacher Wohnungsbau stützt Wohnungsknappheit
Wie das Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (IFS) kürzlich mitteilte, ist der Wohnungsbau auf ein neues Rekordtief gerutscht: Im vergangenen Jahr sollen rund 175.000 Wohnungen genehmigt worden sein. Laut Stefan Jokl, Leiter des IFS, hat sich der Wohnungsbau somit innerhalb der vergangenen acht Jahre halbiert: Im Jahr 2000 wurden noch 350.000 Wohnungen genehmigt - seit Kriegsende wurden nicht mehr so wenige Wohnungen errichtet.
Allerdings ist diese Entwicklung nicht ausschließlich auf die Finanzkrise zurückzuführen. Bereits seit Jahren entscheiden sich immer weniger private Bauherren sowie auch institutionelle Bauherren (wie zum Beispiel Wohnungsbaugesellschaften) für die Errichtung neuer Objekte. Sehr viele Interessenten scheuen schlichtweg das Risiko, zumal die Preise auf den Immobilienmärkten seit Jahren am Fallen sind: Wer heute baut, befürchtet womöglich, dass seine Immobilie in einigen Jahren weniger Wert ist – folglich warten die Leute erst einmal.
Experten schätzen die Lage als äußerst riskant ein, weil schon heute mehr Wohnraum benötigt wird, als auf dem Markt zur Verfügung steht. Laut dem IFS sei allein der Ersatzbedarf schon fast so groß wie die Anzahl an Projekten, die im vergangenen Jahr genehmigt wurden: Schätzungsweise 120.000 Wohnungen sind 2008 abgerissen, umgewidmet oder zusammengelegt worden.
So gesehen bietet die aktuelle Marktsituation vor allem für Immobilienanleger sehr große Chancen. In einigen Städten ist das Angebot an Wohnungen bereits jetzt sehr knapp, was die Mietpreise stark nach oben treibt. Gerade in diesen schwierigen Zeiten können Bauvorhaben vergleichsweise günstig umgesetzt werden. Immobilienanleger könnten somit günstig in Objekte investieren und unmittelbar von einer hohen Nachfrage nach Mietobjekten profitieren.
