Schweiz: Neues Vorbild beim Bausparen und staatlicher Förderung?
Im Grunde genommen ist es erschreckend, wie viel Zeit die Bundesregierung benötigt hat, um sich auf eine neue Form der Förderung für den Erwerb von Wohneigentum zu einigen. Noch wesentlich erschreckender ist das Ergebnis der jahrelangen Arbeit: Schon bevor die ersten Finanzprodukte überhaupt auf den Markt gekommen sind ist klar, dass der Wohn-Riester zu den mit Abstand komplexesten Finanzprodukten zählen wird.
Der Wohn-Riester verkörpert nicht gerade die ideale Förderung für den Erwerb von Wohneigentum. Dazu ist er viel zu komplex – nur die wenigsten Verbraucher können das Prinzip nachvollziehen. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Menschen sehr lange sparen müssen, um die Förderung überhaupt in Anspruch nehmen zu können. Dann darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die Förderung ausschließlich an Arbeitnehmer richtet – Selbständige und Freiberufler haben keine Chance, in den Genuss der Förderung zu kommen. Zu guter Letzt darf auch der Verwaltungsaufwand nicht übersehen werden, den der Wohn-Riester mit sich bringen wird: Jahr für Jahr müssen große Millionenbeträge aufgebracht werden, damit das System funktionieren kann – dabei wäre es wesentlich sinnvoller, das Geld an die Verbraucher weiterzureichen.
Dass es wesentlich einfacher und vor allem auf effizienter gehen kann, zeigen uns die Schweizer. Eine Bausparinitiative hatte zu Beginn der Woche ein Volksbegehren zur steuerlichen Begünstigung beim Bausparen eingereicht. Mehr als 143.000 Menschen haben unterschrieben und wünschen sich einen Steuernachlass beim Bausparen.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer einen Bausparvertrag abschließt, um später eine Immobilie zur Eigennutzung erwerben zu können, darf einen Teil der Beiträge steuerlich geltend machen und somit seine Steuerlast verringern. Das Prinzip kann einfach in die Praxis umgesetzt werden und ist zudem absolut verständlich. Zwar ist noch lange nicht entschieden, ob diese Verfahrensweise in die Praxis umgesetzt wird, aber genial ist sie trotzdem.
