Solariumbräune nicht so gesund wie vermutet
Die deutsche gesetzliche Unfallversicherung startet ins Frühjahr mit einer Kampagne zur Hautkrebs-Prävention. Besonders rät sie dabei in ihrer “Präventionskampagne Haut” vom regelmäßigen Besuch von Solarien ab, denn auch künstliche UV-Strahlung kann Hautkrebs verursachen. Solarien und Sonnenstudios sollten möglichst selten besucht werden. Insbesondere Minderjährige und helle Hauttypen sollten die künstliche Sonne meiden, schließlich ist ihre Haut besonders empfindlich gegen die intensive Strahlung auf der Sonnenbank.
Vor dem natürlichen UV-Licht bewahrt die Solariumbräune auf jeden Fall nicht. 40% der Solariumgänger wissen dies laut einer repräsentativen Umfrage zur Kampagne nicht. Das in der Haut vorhandene Pigment wird durch die UVA-Strahlung nur umgelagert, aber nicht neu gebildet. Selbst wenn durch die Solariumbräune eine gewisse Vorbräune entsteht, muss sich in der natürlichen Sonne so geschützt werden, als wäre man ungebräunt. Bei den Solarien sollten solche aufgesucht werden, die zertifiziert sind und die Voraussetzungen der Strahlenschutzkommission einhalten. Zu diesen Anforderungen gehören geschultes Personal, die notwendigen hygienischen Bestimmungen und gut sichtbare Informationen zum sicheren Umgang und Gebrauch der Sonnenbänke.
Da sehr viele Bundesbürger allerdings nicht auf den Gang ins Solarium verzichten können, müssen folgende Hinweise beachtet werden. Je jünger und heller die Haut ist, desto problematischer ist auch ein Besuch des Solariums. Menschen, die zudem mehr als 40 Pigmentflecken haben, zu Sommersprossen neigen oder eine genetische Veranlagung zu Hautkrebs haben, sollten sich nicht in eine der Röhren legen, so Professor Malte John, Experte der Präventionskampagne Haut. Unter gewissen Umständen kann die künstliche Sonne sogar schädlicher als die natürliche sein. Die intensive UVA-Strahlung dringt tief in die Lederhaut ein, wo sie die Haut bis zu sechs Mal schneller ältern lässt. Die Strahlung kann Hautkrebs verursachen.
Auch wird häufig unterschätzt, dass eine Kombination aus Medikamenten und Kosmetikprodukten zu einer UV-Überempfindlichkeit führen kann. Die Lichtempfindlichkeit kann durch bestimmte chemische Stoffe, die in Cremes und Medikamenten Inhaltsstoffe sind, erhöht werden. Beispiele hierfür wären Antibiotika, Duftstoffe wie Moschus, Beruhigungs- und Entwässerungsmittel. Dadurch kann es zu starken Entzündungen oder Sonnenbränden kommen. Aus diesem Grunde wird vom Experten John unbedingt empfohlen, sich vor dem Sonnenbaden zumindest abzuschminken. Man sollte den Arzt oder Apotheker über mögliche verstärkte Lichtempfindlichkeit konsultieren, wenn Medikamente genommen werden müssen. Ungewöhnliche Erscheinungen wie Schwellungen und Nässe sind ein dringender Grund nach dem Sonnen den Arzt aufzusuchen.
Nähere Informationen können unter www.ssk.de abgerufen werden. Die Präventionskampagne Haut ist eine gemeinsame Maßnahme der Kranken- und Unfallversicherung. Insgesamt nehmen 120 Krankenkassen an der Kampagne „Gesunde Haut, weniger Hauterkrankungen“ teil.
