SoVD: Gesundheitsfonds stoppen
Der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer, appelliert in einer Pressemitteilung an den Gesetzgeber, die Einführung des Gesundheitsfonds zum Jahreswechsel zu überdenken. Seiner Ansicht nach sei der Verzicht auf den Fonds die beste Lösung; zumindest aber sein eine Verschiebung der Einführung von Nöten, um mögliche Fehlentwicklungen in einem vorab durchzuführenden Testlauf zu erkennen. Bauer kritisiert die Konstruktion des Gesundheitsfonds, der Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krankenkassen nur dann zulässt, wenn mindestens zwei Jahre in Folge die Kosten der Assekuranzen lediglich zu 95 Prozent gedeckt sind. Diese Regelung wird seiner Einschätzung nach zwingend zu einer Kürzung des Leistungskataloges führen, wodurch sich die medizinische Versorgung der gesetzlich Versicherten insgesamt verschlechtere.
Die Einführung des auch unter anderen Experten stark umstrittenen Fonds hat die Krankenkassen dazu veranlasst, für den ersten Januar deutliche Beitragserhöhungen anzukündigen. Gesetzlich Versicherte werden voraussichtlich 16,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens an die Versicherer zahlen müssen. Jüngst wurde in Berlin bereits über eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze debattiert, wodurch sich insbesondere für gut verdienende Angestellte die Belastungen durch die gesetzliche Sozialversicherung weiter verstärken würden.
Fachleute sehen in den nächsten Jahren weitere Belastungen auf die Versicherten zukommen. Die demographische Entwicklung in der BRD verursacht steigende Kosten in allen medizinischen Bereichen; jüngst wurde bekannt, dass die gesetzlichen Assekuranzen im ersten Halbjahr 2008 fünf Prozent mehr für Arzneimittel aufgewendet haben als im Vorjahreszeitraum. Die Entwicklung ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern symptomatisch für die zu erwartenden Belastungen in den nächsten Jahren. Nicht wenige Experten gehen davon aus, dass sich der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung früher oder später auf eine Basisversorgung reduzieren wird.
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