Spezialversicherungen für das Brusthaar, den Po und die Beine
Erst kürzlich hat der Rekord-Hürdenläufer Liu Xiang seinen Körper versichern lassen, um sich ganz in Ruhe auf die olympischen Spiele vorbereiten zu können. Knapp 15 Millionen Franken gibt es, wenn er sich schwer verletzen sollte oder in einen Unfall verwickelt wird. Damit liegt der Chinese noch deutlich unter dem Schnitt dessen, was andere Stars in ihre Unversehrtheit investieren. Gerüchten zufolge lautet die Police für den Hintern von Jennifer Lopez auf eine Milliarde Dollar.
Den Anfang machte in den 40er Jahren die Schauspielerin Betty Grable. 20th Century Fox schloss eine Versicherung jenseits der Millionen für die Beine der Dame ab. Seither scheint es gang und gäbe zu sein, die Beine, die Stimme oder die Hände zu versichern. Sie sind schließlich das wichtigste Kapital von Künstlern. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung der normalen Art wird es für die Damen und Herren wohl kaum geben. Sie wenden sich an Lloyd´s in London. Hier wird auch Unmögliches möglich gemacht – zumindest fast immer, ein Furzkünstler ginge leer aus.
Mathematiker und Analysten sind damit beschäftigt, die Risiken und Prämien zu bestimmen und den Versicherungsschutz notfalls auf mehrere Schultern zu laden. Welche Unternehmen sich der Künstler und Sportler annehmen, darüber wird auch bei Lloyd´s Stillschweigen bewahrt. Sicher ist nur, dass es nicht mit zwei Seiten Versicherungsbedingungen getan ist, wenn die Schenkel oder Pobacken für einen siebenstelligen Betrag versichert werden. Das Kleingedruckte verbietet dann beispielsweise den Bungeesprung. Schließlich wollen auch die Versicherungen Sicherheit. Dann muss für eine Brusthaarpolice auch schon mal eine Jury von Spezialisten über den Zustand der Zotteln entscheiden.
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