Sprint-Zertifikate – Galoppieren wie ein Rennpferd
Ein besonders spannendes Zertifikat ist das sogenannte Sprint-Zertifikat, welches eine entfernte Ähnlichkeit zum Out-Performance-Zertifikat aufweist. Ein Sprint-Zertifikat zeichnet sich dadurch aus, dass es innerhalb einer bestimmten Strecke des Kursverlaufes gewöhnlich doppelten Ertrag bringt. Also mit einem Faktor 2 gegenüber dem Basiswert, der zumeist eine Aktie ist, aber auch ein Index sein kann, agiert. Im Moment des Emissionszeitpunkts sind Sprint-Zertifikat und Aktie identisch. Sollte nun im unglücklichen Falle der Basiswert sinken, sinkt auch das Sprint-Zertifikat in Analogie zum Underlying. Sollte der Wert allerdings steigen, wie es erwünscht und favorisiert wird, legt das Sprint-Zertifikat mit dem Faktor 2 zu. Steigt die Aktie z.B. um 20 Euro, ist das Sprint-Zertifikat schon bei 40 Euro Gewinn.
Wenn die Aktie überproportional ansteigt, greift wiederum ein sogenannter Cap, der von vornherein festgelegt wird. Ab einem bestimmten Wert des Aktienanstieges, nehmen wir an von 100 auf 140, partizipiert das Sprint-Zertifikat mit dem Faktor 2. Danach einfach nicht mehr. Allerdings muss der Anleger betrachten, dass er das Doppelte an Gewinn realisiert hat und wenn die Aktie z.B. auf 180 steigen würde, er immer noch in derselben Situation wie der Direktinvestor wäre. Erst ab 180, also dem Verbrauch des zusätzlichen Gewinnes, wäre der Aktiendirektinvestor im Vorteil. Sollte der Anleger einen moderaten Anstieg eines bestimmten Wertes, einer Aktie oder eines Index in naher Zukunft erwarten, kann ein Sprint-Zertifikat eine Renditesteigerung um 100 Prozent bringen.
Sollte der Investor allerdings nicht direkt bei Ausgabe des Zertifikats einsteigen, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, hat er schon ein wenig Gefahr eingekauft. Denn das Sprint-Zertifikat ist im Falle des Anstieges schon überproportional gelaufen. Es nähert sich zusehends dem Cap, wo das Ganze nicht mehr teilnimmt. Insofern ist es günstiger, direkt bei Emission dieses Zertifikates dabei zu sein.
Auch zu beachten ist, dass sich die Verdopplung des Gewinnes auf das Fälligkeitsdatum eines Sprint-Zertifikats bezieht und während der normalen Laufzeit nicht eine Verdopplung der Performance aufweisen muss, wenn es am Markt gehandelt wird. So wie das üblich ist z.B. bei Garantie-Zertifikaten, die auch nur am Laufzeitende das Kapital garantieren. Je weiter sich das Zertifikat seinem Laufzeitende nähert, umso näher rückt auch der reale Kurs dem errechneten Verdopplungskurs. Wie bei allen Zertifikaten ist ab 01. Januar 2009 die Abgeltungssteuer einzukalkulieren für dieses Produkt.
(Die Aussagen dieses Beitrags sind keine Anlageempfehlung und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anlageberater)
Von Uwe Kraus
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