Studie zur privaten Pflegeversicherung
Das Thema Pflege wird für viele erst akut, wenn sie direkt davon betroffen sind, weil Eltern oder Großeltern pflegebedürftig werden. Spätestens dann dürfte klar werden, dass Pflege Geld kostet und die staatlichen Leistungen nicht einmal ansatzweise reichen. Ein Heimplatz schlägt mit rund 3.000 Euro pro Monat zu Buche. Demgegenüber steht die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung mit 1.510 Euro in Pflegestufe III. Lediglich in Ausnahmefällen gibt es etwas mehr. Selbst dann würde der Betrag nicht reichen, um den Platz zu bezahlen. Die Differenz geht zu Lasten des oder der Betroffenen und zum Teil auch der Angehörigen. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, sich Gedanken über eine private Pflegeversicherung zu machen.
Wie bei den meisten Produkten zur privaten Vorsorge bietet ein früher Vertragsabschluss auch bei der Pflegeversicherung Vorteile. Die Beiträge sind dann erheblich niedriger als bei einem Kunden, der sich erst mit 40 oder 50 Jahren für die Police entscheidet. Angeboten werden verschiedene Varianten, angefangen beim Pflegetagegeld, das von Verbraucherschützern präferiert wird, bis hin zur Pflegerente. Sonderlich zugkräftig sind die Pflegepolicen allerdings (noch) nicht, wenngleich Unternehmen wie Axa derzeit die Werbetrommel etwas lauter rühren.
Warum die privaten Pflegeversicherungen in der Bundesrepublik eher zurückhaltend betrachtet werden, ist noch nicht ausgiebig erforscht worden. In Österreich hat sich Mag. Elisabeth Steinkogler mit dem Thema befasst. Die Situation und der demographische Wandel sind dort nicht anders als hier. Trotzdem wurden in der Alpenrepublik bislang nur 42.000 Verträge an den Mann und die Frau gebracht. Das größte Problem sei die Verunsicherung über einen adäquaten Versicherungsschutz, gefolgt vom Irrglauben, die staatliche Leistung reiche aus. Inzwischen gibt es allerdings erste Anzeichen für ein Umdenken, hat Elisabeth Steinkogler festgestellt.
Wer davon ausgehe, zukünftig einmal pflegebedürftig zu werden, sei wesentlich eher bereit, private Altersvorsorge in Form einer Pflegeversicherung zu betreiben. Auch die Angst, dass sich später keine Angehörigen finden, die die Pflege übernehmen könnten, steht sehr weit vorne auf der Liste der Beweggründe. Hinzu kommt, dass viele ihre Angehörigen nicht unnötig belasten wollen und sich langsam aber sicher die Erkenntnis durchsetzt, dass mit der gesetzlichen Pflegeversicherung kein Staat zu machen ist. Nicht unerheblich für die Entscheidung pro private Absicherung ist zudem das eigene Budget. Hier hilft nur eine persönliche Beratung darüber, welche Optionen in Frage kommen.
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