Subprimekrise in Spanien - kann es Deutschland treffen?
Kein anderes Thema hat die Finanzwelt in den vergangenen 12 Monaten so sehr beschäftigt wie die Finanzkrise, die vorerst nur als Subprime-Krise bezeichnet wurde und von zahlungsunfähigen Hauseigentümern in den USA ausgelöst wurde. Die Krise nahm ihren Lauf, als ein anhaltender Zinsanstieg dafür sorgte, dass sich zunehmend mehr amerikanische Hauseigentümer vor dem Problem befanden, die Raten für ihre Immobiliendarlehen aufbringen zu können. Als die Zinsen immer weiter gestiegen sind und auch die Kreditkarten der Verbraucher maßlos überzogen waren, verloren tausende von Menschen ihr Eigenheim.
In Europa scheinen die Menschen von einer derartigen Krise verschont geblieben zu sein – zumindest auf den ersten Blick. Denn wie sich jetzt herausstellt, scheint sich in Spanien eine sehr ähnliche Entwicklung abzuzeichnen. Auch dort hat der Zinsanstieg dazu geführt, dass sich immer weniger Darlehensnehmer in der Lage befinden, ihre Immobiliendarlehen zu tilgen. Die ausbleibenden Zahlungen haben dazu geführt, dass zahlreiche Immobilienunternehmen, insbesondere die Immobilienfinanzierer, in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. In der vergangenen Woche war es dann soweit, dass gleich mehrere Unternehmen Insolvenz anmelden mussten. Gleichzeitig trifft es aber auch viele Privatpersonen, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, und schon bald ihre Immobilien verlassen müssen.
Nun stellen sich natürlich einige Menschen die Frage, ob so etwas auch in Deutschland passieren könnte. Doch glücklicherweise kann diesbezüglich eine Entwarnung ausgesprochen werden. Denn anders als in den USA oder auch in Spanien haben wir in Deutschland eine ganz andere Finanzierungskultur. In Deutschland ist es üblich, Immobiliendarlehen mit fester Zinsbindung abzuschließen, so dass ein Anstieg der Zinssätze nicht unmittelbar zu steigenden Darlehensraten führen kann. Lediglich bei Darlehen mit variablen Zinssätzen, kann die Darlehensrate Schwankungen unterliegen, die auf Änderungen an den Zinsmärkten zurückzuführen sind. Diese Darlehen können zwar ebenfalls von Privatpersonen abgeschlossen werden, allerdings kommt dies in der Praxis nur äußerst selten vor, da die Banken auch ausdrücklich vor den Gefahren dieser Darlehen warnen.
