Szenario 1: Bausparen zur Vermögensbildung
Das Bausparen kann aus ganz verschiedenen Absichten erfolgen. Wie ich bereits im vorangegangenen Beitrag angekündigt habe, stelle ich heute sowie in den kommenden Tagen mehrere Szenarien vor, die aufzeigen, wie man beim Bausparen vorgehen kann.
Dieser Beitrag beschreibt das erste Szenario: Interessenten möchten einen Bausparvertrag abschließen, um Vermögensbildung zu betreiben. Hierbei handelt es sich um ein Szenario, das besonders häufig zutrifft: Bei einem großen Teil der Bausparer handelt es sich um junge Menschen, die oftmals mit einer Berufsausbildung begonnen haben oder sogar noch zur Schule gehen. Sie schließen Bausparverträge oftmals ab, ohne ein konkretes Ziel zu verfolgen.
In solchen Fällen ist es zumeist am besten, bewusst auf die Vermögensbildung zu setzen. In jungen Jahren einen Bausparvertrag abzuschließen, mit welchem man sich attraktive Darlehenskonditionen sichert, um später günstig bauen zu können, lohnt sich nur selten. Erstens sind die Bausparer häufig zu jung, weshalb sie sich noch gar nicht festlegen können und erst einmal die Grundsteine für ihre berufliche Zukunft legen müssen. Zum anderen ist das Einkommen noch nicht ausreichend hoch bemessen, um solch einen Bausparvertrag ernsthaft besparen zu können.
Wenn jungen Menschen von Bausparberatern empfohlen wird, sich schon jetzt günstige Konditionen für ein späteres Darlehen zu sichern, gilt es aufzupassen – insbesondere wenn die Bausparsumme hoch bemessen ist. Der Abschluss ergibt zumeist keinen Sinn. Junge Menschen sind besser damit beraten, einen Bausparvertrag zu wählen, der zur Vermögensbildung dient. Konkret bedeutet dies, dass der Vertrag eine solide Verzinsung bieten muss – die Darlehenskonditionen sind zweitrangig, weil eine Darlehensaufnahme ohnehin nicht angestrebt wird. Die Bausparsumme sollte nicht zu hoch bemessen sein, weil sonst nur eine unnötig hohe Abschlussgebühr fällig wird.
Das Vergleichen von Konditionen ist gerade in solchen Fällen sehr wichtig. Außerdem gilt es sich nach Alternativen umzusehen - teilweise kann es nämlich rentabler sein, auf klassische Sparpläne oder Fonds zu setzen, um Vermögen zu bilden.
