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Montag, Juli 28, 2008

Teil Vier der Olympischen Smog-Spiele

Man könnte wirklich darüber lachen, wenn es nicht so ernst wäre. So sagte der Vizechef des Umweltschutzamts von Peking, Du Shaozhong, am Samstag: “Gute Luftqualität heißt nicht zwingend blauer Himmel. Wir können eine gute Qualität der Luft während der Spiele garantieren“. Bei solchen Worten bleibt einem denkenden Menschen das Lachen dann doch im Halse stecken. Und weiter im Text: “Wir sollten die Luftverschmutzung auf der Basis wissenschaftlicher Fakten bewerten. In einem dampfigen Badezimmer sieht man häufig auch nicht gut, trotzdem würde niemand das auf Luftverschmutzung schieben”, erklärte er den nicht sonnigen Himmel dann einfach als klare Luft.

Seit einer Woche existiert nun folgendes Bild auf Pekings Straßen: Die Hälfte der privaten Fahrzeuge wurde aus dem Straßenverkehr verbannt. An den geraden Tagen dürfen nur noch die Fahrzeuge mit den geraden Kennzeichen-Nummern fahren, an den ungeraden Tagen nur noch jene mit den ungeraden Zahlen auf ihrem Nummernschild. Fakt ist jedoch: Die Luftverschmutzung ist immer noch mehr als doppelt so hoch wie der Messwert für Feinstaub, den die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, herausgegeben hat. In Peking liegt man mit mehr als 100 Mikrogramm eindeutig über den als gerade noch gesundheitsverträglichen 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter.

Den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2008 bekam China übrigens im Jahr 2001. Damals wurden grüne Spiele versprochen. Tja, da hätten die Funktionäre wohl genau hinhören sollen. Grün bedeutet im Fall von Peking nämlich nicht reine Luft und gesunde, auf normaler Umgebung wachsende Pflanzen. Nein. Über 40 Millionen Kübel mit Blumen sollen nun für das Grün sorgen. Fast wieder ein neuer Witz, über den man, wenn es eben nicht so ernst wäre, lachen könnte. Die Luft wird dadurch nicht besser werden. Die Belastung für die Athleten, unter anderem für ihre Atemwege, wird enorm sein. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mit drei neuen U-Bahnlinien wird sicher ein wenig für Entlastung sorgen, irgendwann in der Zukunft. Nicht aber bereits kurz nach der Einweihung vor wenigen Tagen. Und vor allem nicht dadurch, dass damit nur ein begrenzter Personenkreis durch die die Straßen von Peking fahren darf.

Posted by Christel on 07/28 at 02:27 PM
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