Transparenz durch Abschlusskosten-Flatrate
Flatrates erobern schon lange den Telekommunikationsmarkt. Erst das Internet, später das Festnetz und seit einiger Zeit auch der Mobilfunk sind von Pauschalen geprägt. Nun gibt es auch im Bereich der Versicherungen einen ersten Vorstoß von der KarstadtQuelle Versicherung. Sie setzt ab sofort auf eine Kosten-Flatrate, die bei 300 Euro je Vertrag liegt, ohne Rücksicht auf den Anlagebetrag. Die Verwaltungskosten liegen bei 60 Euro im Jahr.
Warum die KarstadtQuelle Versicherung sich zu diesem für die Versicherungsbranche eher ungewöhnlichen Schritt entschieden hat, ist für Experten kein großes Rätsel. Spätestens ab dem 1. Juli, wenn die Abschlusskosten aufgelistet werden müssen, dürfte vielen Kunden der Kragen platzen. Die Kosten liegen bei 3,5 bis etwa 4,2 Prozent bezogen auf die vereinbarte Summe. Bei einem Vertrag über 100.000 Euro sind das locker bis zu 4.200 Euro, die dem Kunden auf einen Schlag flöten gehen. Da liegt KarstadtQuelle mit seinen 300 Euro deutlich niedriger und angesichts des Sparzwangs, dem mittlerweile die meisten Haushalte unterliegen, ist die Flatrate ein Argument, das durchaus zu überzeugen weiß.
Das Unternehmen wird diesen Vorteil allerdings nicht allzu lange haben. Denn, davon geht der Bund der Versicherten aus, die meisten Versicherungsgesellschaften werden dem Beispiel folgen. An Lob mangelt es für KarstadtQuelle nicht. Gerade die Verbraucherschützer sehen es als Offensive zugunsten der Transparenz. Zudem steigt durch die geringe Pauschale bei den Abschlusskosten automatisch auch die Rendite. So bietet der Konzern laut Branchendienst Morgen & Morgen die höchste garantierte Rente. Beim map-Report gibt man sich etwas weniger euphorisch, weil sich die Flatrate hauptsächlich bei Verträgen mit hoher Versicherungssumme rentiert. Die Konkurrenz spricht derweil von einem „interessanten Ansatz“.
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